Lektüre vor der Israelfahrt
"Die Israelis", geschrieben von der amerikanischen Journalistin Donna Rosenthal, "liebes leben" von Zeruya Shalev (noch nicht angefangen),
das Israel- Tagebuch von Marcus Flohr (schon ausgelesen).
"Die Israelis" beeindruckt mich durch seinen klischeehaften Einstieg.
Auf wenigen Seiten werden Personen kurz beschrieben, die mit der Buslinie 32a in die Innenstadt Jerusalems fahren. Bei jedem Wort, das ich lese ... wirklich bei jedem Wort, male ich mir aus, wie es wohl sein wird, wenn dieser Bus der Linie 32a von einem Selbstmordatentäter in die Luft gesprengt wird.
Es werden kurz die familiären Verhältnisse einiger Businsassen und ihre Zukunftsperspektiven geklärt. Dann wird die von mir erwartete Szene beschrieben, wie ein Selbstmordattentäter sich in dem voll besetzten Bus in die Luft sprengt. Fünf Teenager wurden bei dem Attentat getötet und 23 Fahrgäste verletzt. Im nächsten Kapitel geht es dann um das Liebesleben und die Sexualgewohnheiten der Bewohner Israels.
Was für ein Einstieg! Respekt!
Anderes Thema, das ich letztlich kurz mit einem befreundeten Historiker und Holocaust-Experten beim Bier besprach.
Wer werde ich sein in Israel.
Halber Deutscher vom Blut, wenn auch 100 minus X% von der Sozialisation.
Halber Spanier.... als Spanier aber auch schon wieder halber Ire und als Ire halber Engländer und die Hälfte meines spanischen Anteils ist dann wiederum mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit mit maurischen Anteilen angereichert und auch das Jüdische hat durchaus seinen Platz in der Spekulation meiner durchmischten Herkunft.
Das ist natürlich alles völliger Quatsch.
Ich bin Deutscher und mein spanische Anteil spielt zwar eine Rolle, aber aus dem Dilemma, mich als Deutscher in Israel mit meiner historisch bedingten Schuld/Verantwortung/Verstricktheit zu befinden, errettet mich das nicht. Abgesehen davon, dass auch die Spanier historisch auch nicht gerade als die Judenfreunde dastehen.
Nebengedanke: Wann spreche ich eigentlich von Israelis und wann von Juden?
Eigentlich habe ich das Gefühl, nach Israel zu reisen und demnach auch nur von Israelis sprechen zu müssen. 90 plus X Prozent der Israelis sind jüdischen Glaubens...
Wieviel Prozent der Deutschen sind christlichen Glaubens? Wenn es 90 plus X wären.. würde ich dann von den Deutschen als Christen sprechen....
oh oh oh ... da befinden sich aber HALLO ...jede Menge Fettnäpfchen auf meinem Weg nach Israel...
ich bin gespannt


