Dienstag, 31. August 2010

Rotes Meer

(und hier gehts zum Streit um große klassiker für kleine hörer, bzw. große klassik für kleine hörer



Guten Abend,
Als ich die letzte Mail vor etwas über einer Woche abgeschickt hatte waren wir
gerade bei der Ansteuerung auf Singapur.
Dem Ursprünglichen Plan nach sollten wir von Samstagmittag bis Sonntagmittag
liegen. Es war dann aber sehr schnell klar, dass wir schon in der Nacht wider
Auslaufen sollten.
Was sehr schade war, denn der Kapitän hatte schon ein umfangreiches
Nachtprogramm erdacht, dass uns ungefähr durch alle Bars Singapurs geführt
hätte.
Aber gut. Nachdem wir angelegt hatten gab es eh noch viel zu tun. Wir haben
Verpflegung und etwas Ausrüstung bekommen. Ich habe vorher noch nie ein Schiff
mit so leeren Provianträumen gesehen. Selbst das Wasser wurde schon knapp.
Dann haben wir noch einige der kleinen Magnetventile gewechselt, die in der
Vergangenheit immer dafür gesorgt haben, dass die Hauptmaschine nicht
angesprungen ist.
Aber zum Nachmittag bin ich dann mit den zwei Azubis an Land gegangen.
Erst waren wir kurz einkaufen um dann zum Fluss zu fahren wo wir etwas gegessen
und getrunken haben. Gestärkt sind wir in dieser Gegend noch weiter gelaufen
und in ein Einkaufszentrum gelangt was eher einem Labyrinth geähnelt hat. So ein
undurchschaubar angelegtes Shoppingcenter habe ich noch nie gesehen. Neben den
einzelnen Etagen gab es noch zwischen Etagen. Die Rolltreppen haben einen aber
nie auf die Etage gebracht zu der man eigentlich wollte. Man musste ungefähr
dreimal wieder ein Stück runterfahren und dreimal um die Ecke laufen eh man ganz
hochfahren konnte. Ich war sehr froh da wieder raus zu sein.
Als es dann Abends wurde waren wir noch in einer kleinen Bar direkt am Fluss.
Der Kellner war ein Sachse, der vor der Krise in Singapur Schiffsdiesel überholt
hat. Jetzt überbrückt er die Zeit mit Kellnern bis er anfängt Unterwasserroboter
für Bohrinseln zu fahren.
Der Rückweg zum Schiff war noch witzig. Bis zum Terminal sind wir mit dem Taxi
gut durch gekommen. Aber im Terminal selber gab es verschiedene Buslinien. Nach
draußen wurden wir von zwei Technikern gefahren das war kein Problem. Aber bis
man durchschaut hat welche Buse wohin fahren. Irgendwann sind wir dann
gelaufen. Die Zeit wurde dann auch schon langsam knapp.
Jedenfalls sind wir über eine halbe Stunde auf dem Hafengelände rumgeirrt bis
wir den Kahn gefunden haben. Dieser Hafen ist einfach zu groß.
Sonntag und die vergangene Woche vergingen relativ Ereignislos.
Ach ja: Neuerdings kriegen wir Ex-Royal-Marines, die auf uns aufpassen während
wir durch das Piratengebiet um den Golf von Aden fahren. Dieses Gebiet wurde
jetzt bis fast nach Sri Lanka ausgeweitet.
Die sind am Dienstagmorgen gekommen. Bewaffnet sind sie mit einem riesigen
Jagdgewehr mit Zieloptik.
Die Vier waren ganz nett. Viel hatte ich ja nicht mit ihnen zu tun. Jedenfalls
sollten die uns sicher ins Rote Meer bringen. Es wurden noch einige Maßnahmen
getroffen die aber ziemlich sinnlos da inkonsequent waren. Das Schiff wurde
komplett abgedunkelt so dass wir Nachts nicht zu sehen sind. Die
Vorgeschriebenen Navigationslichter waren aber laut Reedereianweisung
angeschaltet. Klasse.
Eh habe ich das Gefühl, dass die Sicherheitsleute nur hier waren weil dadurch
die Versicherungsprämien sinken so, dass die Firma am Ende Geld spart.
Um die Ladung, das Schiff oder gar die Seeleute geht es da eher weniger. So
haben wir natürlich alle Türen abgeschlossen damit man theoretisch den Aufbau
nicht betreten kann. Die Fenster wurden zusätzlich mit kugelsicherer Mappe
verstärkt sofern sie nicht schon mit gepanzerten Rollos ausgestattet waren.
Aber alle hier an Bord haben halt das Beste draus gemacht.
Wie gesagt so viel habe ich davon eh nicht mitbekommen.
Jetzt am vergangenen Sonntag war ich etwas früher wach. Kurz vor dem Frühstück
ertönte dann der Generalalarm. Die ganze Crew ist ins Büro gekommen mit
Rettungsweste und so weiter um zu erfahren was Sache ist.
Generalalarm ist erstmal nichts schlimmes. Der dient erstmal dazu die Crew zu
sammeln um dann gemeinsam gegen eine Gefahr wie Feuer oder eben ein
Piratenangriff vorzugehen.
Scheinbar gab es ein verdächtiges Boot welches uns zu nahe gekommen ist.
Die Größte Sorge vom Steward und vom Koch war dass die Brötchen und die Eier
anbrennen.
Wir durften dann auch relativ schnell gehen. Ich nachhinein habe ich dann
erfahren, dass tatsächlich Piraten versucht haben uns anzugreifen. Die
Sicherheitsleute haben definitiv Waffen auf dem Boot gesehen und selber auch
Warnschüsse abgegeben bis das Boot abgedreht hat.
Wie sagt man dazu in der Fachsprache? Es hat ein Boarding Attempt stattgefunden.
Gut dass die da waren auch wenn sie ständig am Waschen waren und eine Maschine
auch nur wegen einem T-Shirt, einer Hose und einem paar Socken angestellt haben.
Mittlerweile sind die Jungs aber weg, wir dürfen auch wieder nach draußen gehen
nachdem wir vier Tage im inneren eingesperrt waren.
Langweilig wird es hier wirklich nicht.
Als nächstes stehen dann Jeddah und der Suezkanal auf dem Programm.
Ich wünsche euch eine angenehme Woche .
Franz

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