Montag, 23. August 2010

Franz ist wieder unterwegs

11. August 2010 Zwischen Hong Kong und Singapur

Es ist seit ca. einem Jahr mal wieder soweit. Seit knappen zwei Wochen bin ich
wieder auf See.
In diesem Jahr habe ich die ersten zwei Semester meines Studiums hinter mich
gebracht. Ich studiere in Flensburg Schiffsbetriebstechnik. Mit diesem Studium
kann ich als Ingenieur auf Schiffen arbeiten.
Studieren ist großartig. Wenn man aus Berlin kommt muss man sich zwar erstmal an
die Kleinstadt Flensburg gewöhnen. Aber Mittlerweile habe ich mich gut dort
eingelebt.
Jedenfalls arbeite ich während meiner etwas verlängerten Semesterferien wieder
auf See um das Studium zu finanzieren.
Nachdem sehr lange unklar war, wann es für mich überhaupt los geht kriege ich an
einem Freitag eine Mail nach der ich am kommenden Donnerstagmorgen nach Japan
fliegen sollte um dort einzusteigen.
Das war dann zwar etwas kurzfristig aber gut. Der Flug war sehr entspannt. Von
Berlin Tegel flog ich zuerst nach Frankfurt und von dort weiter nach Osaka. In
Japan angekommen wurde ich von einem Agenten abgeholt der mich sicher an den
langen Schlangen vor den Einreiseschaltern vorbeigelotst hat. Nach dem wir noch
einige Stempel bei einigen Behörden abholen mussten hat er mich ins Hotel
gefahren. Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf habe ich mich bei heiß-feuchtem
Wetter auf den Weg ins Zentrum gemacht. Das Hotel liegt in Kobe, dass ich schon
etwas kenne. Die Stadt liegt am Fuße bewaldeter Berge. In den Bergen war ich
dann erstmal etwas spazieren. Eine sehr nette Gegend. Bloß die Wanderwege waren
ab und an etwas sehr abenteuerlich. Ohne die Markierungen hätte man nicht
gewusst, dass man sich überhaupt auf einem Weg befindet.
Zurück im Hotel gab es erstmal Abendbrot. Da die Firma gezahlt hat habe ich mir
ein Menü gegönnt. Vorspeisen, Suppe, Salat und Steaks vom feinsten.
Der Verdauungsspaziergang danach war bitter nötig.
Am nächsten Morgen hat der Agent mich vom Hotel abgeholt und zum Schiff
gebracht.
Es ist eines der neusten und größten Schiffe dir wir in der Flotte haben. Daher
war ich sehr überrascht wie gammelig es von Außen Stellenweise aussieht. Dabei
kommen die gerade aus der Werft. Egal.
An Bord habe ich nach dem Guten Tag sagen schnell die Arbeitsklamotten angezogen
und habe mich ins Getümmel geworfen. Die waren gerade dabei ein paar
Einspritzdüsen zu wechseln.
Die Crew ist gut. Den Kapitän und einige andere kenne ich noch von früheren
Schiffen. Dann habe ich noch zwei aufgeweckte Azubis, die mir beim zurechtfinden
viel helfen konnten.
Die ganzen Europäer sind schon über drei Monate hier und befinden sich auf der
Rückreise. So hält sich die Allgemeine Arbeitsmotivation etwas in Grenzen. Neben
den kleineren Arbeiten die halt immer Anfallen wird momentan hauptsächlich
geputzt und gemalt.

Von Kobe wo ich eingestiegen bin sind wir dann nach Nagoya, Shimizu und Tokio
gefahren.
Als wir in Shimizu eingelaufen sind habe ich den Kapitän getroffen. Er bat mich
in eine Richtung an Land zu schauen. Als ich es tat lachte er und sagte, dass
ich jetzt noch sieben mal herkommen müsse.
Von diesem Hafen aus hat man eine hervorragende Sicht auf den Fujiyama. Und den
soll man halt nie oder achtmal sehen.
Bei dem Beruf ist das auch gar nicht soo unwahrscheinlich.
An Land bin ich an Japan nicht mehr gekommen. Da hatte ich auch keine große Lust
drauf.
Nach Tokio ging es Richtung China.
Die Überfahrt war mehr oder weniger Standard. In Yantian, einem Hafen in der
Nähe von Hong Kong sollten wir Müll und Schrott abgeben. Hier gibt es immer
etwas vorzubereiten. Ansonsten hatte ich zu tun mich auf dem Schiff einzuleben.
Ich bin ja wieder für sie Store verantwortlich. Und man braucht schon eine
kleine Weile um zu wissen wo was liegt. Dann gibt es ja noch die
Toilettenanlage, die in meinen Bereich fällt. Hier haben wir eine Vakuumanlage.
Dafür gibt es aber einen Sammeltank, wo das Schwarzwasser aus den Klos
gespeichert wird. Dieses muss man von dort in die Abwasseraufbereitungsanlange
pumpen. Da gilt es ein gewissen Timing zu finden. Pumpt man zu oft zu viel,
läuft der Fäki über, pumpt man zu wenig ist der Sammeltank irgendwann voll.
Heute, es ist bereits Freitag der 13, habe ich versucht die Zeitschaltuhr für
die Pumpe einzustellen, was glaube ich misslang. Wie auch immer. Letzter
Sonntag: Ich hatte viel vor. Diese Mail schreiben, etwas Sport machen und etwas
für die Uni machen. Da ich die Hälfte des kommenden Semesters an Bord verbringen
werde habe ich etwas Lernzeug dabei.
Jedenfalls habe ich das alles nicht geschafft. Zu 1130 Uhr haben wir uns zur
Kirche in der Bar getroffen. Alle Europäer halt. Jedenfalls war es dann 1200
Uhr, dann gab es Mittag, danach saßen wir wieder an der Bar, dann gab es Kaffe,
es war also 1530 Uhr und plötzlich war dann auch schon Abendbrotzeit. Irgendwann
gegen 2000 Uhr war ich dann auf Kammer habe noch einen Tatort geschaut und bin
schlafen gegangen. Es war aber echt witzig. Die älteren haben halt schon viele
Seefahrtsgeschichten zu erzählen. Man arbeitet halt nur nicht mit den Leuten
sondern lebt für eine lange Zeit mit ihnen zusammen. Solche Sonntage sind da
schon gut für den Zusammenhalt auch wenn man persönlich nicht alle schafft was
man sich vorgenommen hat.
Auf den Sonntag folgt leider der Montag. Den haben wir in Yantian verbracht. Ich
war den ganzen Tag mit der Müllabgabe beschäftigt.
Während man da so steht wird man dann ständig von Chinesen angequatscht die
einem irgend einen Scheiß andrehen wollen. Telefonkarten, Uhren DVDs. Dann gibt
es noch welche die dich zu einem Puff fahren wollen und dich ständig Fragen wie
lange man noch arbeiten muss. Sehr nervig.
Die Mülljungs waren auch sehr klasse. Wir laden unseren Müll auf ihren Laste
Marke Eigenbau. Die haben einfach einen Container 20“ Container genommen und
diesen auf einen Laster geschweißt. Irgendwann war dieser Container voll und die
Menschen sind weggefahren. Die Pier stand aber noch voll mit unserem Müll. Vor
allem hatten wir noch unseren Schrott an Bord. Einige alte Pumpen, olle E-
Motoren und Metallreste. Ich schätze wir haben die für ca. 800€ verscherbelt.
Jedenfalls warte ich darauf, dass die Jungs wiederkommen. Nach zwei Stunden
fahren sie mit dem selben Wagen vor. Leider war er noch voll Müll. Warum er zwei
Stunden weg war kann ich auch nicht sagen. Es wurde gestopft und gestapelt bis
alles drinnen war. Für den Schrott ist aber noch ein zweiter Wagen erschienen.
Unser Kranausleger ist hier nicht so lang sodass wir unser Zeig nicht direkt auf
die Autos stellen konnten. Für die schweren Sachen ist dann ein (ich schätze
bestochener) Mann mit Gabelstapler gekommen. Der hätte fast den einen Wagen
zerstört.
An dem Abend habe ich noch kurz mit der Heimat telefoniert aber bin nicht mehr
an Land gegangen.
Am nächsten Tag stand Hong Kong an.
Da habe ich etwas am Anlassluftystem gearbeitet. Unsere Hauptmaschine wird ja
mit Druckluft gestartet. Und die Magnetventile die steuern sollen wann welcher
Zylinder Luft erhällt sind defekt. Zu mindestens ein paar davon.
Davon habe ich zwei gewechselt und dann ging es an Land. Ich habe nichts
spektakuläres getan. Erst war ich kurz im Internet und dann bin ich mit ein paar
Leuten zu einem Pub in die Stadt gefahren. Nach zwei Guinness sind wir essen
gefahren. Das war aber spitze. Es gab leckere Peking Ente und Mandarin Fisch.
Ein Superrestaurant mit Blick auf Hong Kong Island. Es war sehr lecker und
vollgestopft ging es zurück.
Das Auslaufen war dann ein kleines Highlight dieser Reise. Gerade abgelegt
springt die Maschine nicht an. Was tun? Erstmal haben vier Schlepper festgemacht
um zu verhindern, dass wir irgendwo rein treiben. Dann ging die Fehlersuche los.
Den Fehler habe ich ja schon genannt. Die Ventile die ich am Morgen gewechselt
habe wurden wieder gegen die Alten eingetauscht. Nach einigem trixen
funktionierte es dann.
Ein Zylinder steht ja immer in der Position um starten zu können. Der kriegt
dann Luft und bewegt sich nach unten. Wenn gerade an diesem Zylinder das
Magnetventil kaputt ist geht gar nichts mehr. Heute nach einem längeren Test
haben wir herausgefunden, dass gleich vier dieser Ventile zerschlissen waren.
Mittlerweile ist aber alles repariert. letzten Endes hat eine kleine Dichtung
dafür gesorgt, das ein 300 Meter langes Schiff nicht von Fleck kommt.
Ansonsten hatte ich diese Woche nicht sehr viel zu tun. Man versucht sich zu
beschäftigen. Füllt irgendwelche Checklisten aus, macht irgendwas sauber und
bestellt etwas. Es ist halt ein neues Schiff und allzu viel gibt es noch nicht
zu tun.
Aber es ist gut wieder hier zu sein und wieder die salzige Seeluft zu
schnuppern.

Morgen sind wir dann Frühs in Singapur. Wenn man den Kapitän so reden hört wird
es ein großartiger Landgang aber davon kann ich beim nächsten mal berichten.

Viele Grüße

Franz

Datenschutzerklärung

(Formulierung in Anlehnung der Vorlage des "Lawblogs") Das sollten Sie wissen Das Weblog von Hausmeister Pachlke nimmt den den Schutz Ihrer persönlichen Daten ernst und ich der Betreieber halte mich an die Regeln der Datenschutzgesetze. In der nachfolgenden Erklärung finden Sie einen Überblick darüber, welche Art von Daten zu welchem Zweck erhoben werden können und in welchem Umfang diese Daten Dritten zugänglich gemacht werden könnten. Datenverarbeitung In den unvermeidlichen Serverstatistiken werden automatisch solche Daten gespeichert, die Ihr Browser übermittelt. Dies sind: * Browsertyp/ -version * verwendetes Betriebssystem * Referrer URL (die zuvor besuchte Seite) * Hostname des zugreifenden Rechners (IP Adresse) * Uhrzeit der Serveranfrage. Diese Daten sind in der Regel nicht bestimmten Personen zuordenbar. Eine Zusammenführung dieser Daten mit anderen Datenquellen wird nicht vorgenommen Cookies Ich verwende keine Cookies. Kommentare, Emails Informationen, die Sie auf meinem Blog eingeben oder mir in sonstiger Weise übermitteln werden, errfasse ich auch. Das betrifft etwa Kommentare, Namen, Email-Adressen und ULRs, die Sie in die entsprechenden Kommentarfelder eintragen. Diese Angaben geschehen freiwillig und werden in keiner Weise überprüft, die Verwendung von Pseudonymen etc. ist möglich. Ich weise darauf hin, dass Name, angegebene Webseite und Kommentare für jeden Benutzer der Seite einzusehen sind. Daten werden auch erfasst und gespeichert, wenn Sie Emails an uns senden. Auskunftsrecht Wir würden Ihnen gern Auskunft über die bei uns gespeicherten persönlichen Daten geben. Wir wissen allerdings nicht mehr, als Sie auch. Dieses wenige Wissen teilen wir im Rahmen der gesetzlichen Auskunftsansprüche allerdings gern nochmals mit Ihnen. Wenn Sie weitere Fragen zur Behandlung Ihrer Daten haben, dann senden Sie einfach eine Mail an unsere Adresse - die finden Sie im Impressum.
 
Livecommunity powered by six groups

Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.