Montag, 20. Juli 2009

19. Juli 2009, vor der mexikanischen Küste

Einen schönen Samstagnachmittag. Ich hatte mir Eigentlich vorgenommen viel
früher zu schreiben aber speziell diese Woche war sehr turbulent.
Die Stimmung ist gerade ganz schön getrübt. Gestern hatte der 2. Ing. seinen
Geburtstag gefeiert. Es ist schade, wenn eine schöne Feier in diese Fall sogar
eine schöne Reise dadurch kaputt gemacht wird, dass Leute nicht einschätzen
können wie viel Alkohol sie vertragen. Gesternabend ging es hier ganz schön
Rund. Ein Stuhl ist durch die Bar geflogen, nur so viel.
Heute hat der Kapitän alle Beteiligten befragt und schließlich eine mündliche
Warnung und mehrere Alkoholverbote ausgesprochen. Ich bin nicht darunter.
Ansonsten war der Tag sehr lustig. Wir haben ein kleines Spiel gespielt. Ein
kleines mit Wasser gefülltes Fass musste mit Wasser einmal um das Schiff
gespritzt werden. Wir waren alle klatschnass, aber bei Sonnenschein und Hoch
sommerlichen Temperaturen ist das ja eher angenehm.
In der vorletzten Woche, also vom 29. bis zum 5. Sind wir über den Pazifik
geduest. Wir hatten viel Arbeit. Hauptsächlich das übliche, wie Separatoren
überholt und leckagen im Pumpenraum beheben.
Wir hatten hier Probleme mit der Anlassluft für die Hauptmaschine. Ab und zu ist
der Motor nicht angesprungen. Das ist einmal mitten auf dem Pazifik geschehen.
Dadurch sind wir nicht Freitagnachmittag wie geplant sondern erst Samstag morgen
in Seatle eingelaufen. Da ging er hin der schöne Abend an Land.
Für Seatle hatte sich auch die Coastguard angemeldet. Das Schiff wurde einmal
auf Hochglanz poliert. Samstag morgen ging der Spaß dann los. Kurz nach 0400 hat
das Einlaufen begonnen. Da ich ein paar Jobs an der Hauptmaschine hatte, habe
ich mir gedacht, dass ich mit der Azubine gleich nach dem Einlaufen anfange um
noch an Land gehen zu können. Eine Einspritzpumpe sollte ich wechseln. Es hat
auch super geklappt. Zum Fruehstueck waren wir mit Ausbauen und sauber machen
fertig.
Die Neue Pumpe war gerade eingesetzt da hat mich der 2. mich um Hilfe gebeten.
Er hat den Steuerstern auseinander genommen, das Bauteil welches das Anlassen
des Hauptmotors regelt. An einige Teile kommt man halt nur sehr schwer ran und
meine Arme sind länger. Zwischendurch hat die Coastguard immer noch dazwischen
gefunkt und so war es ganz schnell Mittag. Selbst mit einer stark verkürzten
Mittagspause hat die Zeit nicht mehr für einen Landgang gereicht.
Samstagnachmittag also vor genau einer Woche haben wir dann Seatle mit Kurs auf
San Francisco wieder verlassen.
An diesem Wochenende habe ich mich mit einem undichten Luftventil beschaeftigt.
Dieses Ventil regelt alle Luefterklappen. Sprich in der Zeit, wo ich daran
gearbeitet habe, musste ich die Lüftung für den Maschinenraum ausschalten.
Sprich dort wurde es richtig mollig warm. Das Ueberholen hat leider wesentlich
länger gedauert als ich Anfangs gedacht hatte.
Na ja niemand war mir böse
Montagabend sind wir dann in San Francisco eingelaufen. Hinter der zweiten
Bruecke ist es dann passiert. Wir mussten kurz stoppen um ein Schiff aus dem
Hafen zu lassen. Danach ist der Motor nicht mehr angesprungen. Also schnell den
Anker schmeißen. Der funktionierte Anfangs auch nicht.
Wir mussten dann erstmal auf den Servicetechnicker warten. Ich bin dann erstmal
in den Sportraum gegangen und habe beobachtet, wie die Sonne in den Bergen
untergeht.
Dienstag ging dann der große Spuk los. Der Techniker hatte das Problem noch in
der Nacht gelöst. Ein Luftventil war zugegammelt und so kam simpel keine Luft
an der Hauptmaschine an.
Die Cost Guard kam trotzdem nochmal. Dieses mal waren sie aber etwas penibler.
Sie haben nochmal das gesamte Schiff kontrolliert. Ihnen ist zum Beispiel
aufgefallen, dass manche Flaschen im Glascontainer noch Plastikdeckel haben. Die
möchten in Zukunft bitte entfernt werden.
Na ja wie auch immer. In den Hafen eingelaufen sind wir erst Mittwoch Morgen.
Alle anstehenden Jobs hatten wir am Tag zuvor schon erledigt, sprich es ging in
die Stadt. Erst war ich kurz einkaufen aber schon zum Mittag war ich drüben in
San Francisco. Ich habe mir erstmal einen Musikladen gesucht. Danach gab es eine
leckere Pizza. Hier an Bord gibt es wenn überhaupt nur aller billigste
Tiefkuehlware. Da ist eine frische Barbecue Chicken Pizza eine wirkliche
Abwechslung.
Danach bin ich Eigentlich nur noch ein wenig mit dem 2. und dem 3. Ing.
Rumgelaufen. Die Jungs waren durstig. Ich weiß, dass es so eine Art
Rotlichviertel gibt, wo haufenweise Bars und Restaurants sind. Zielsicher wollte
ich uns dahin lotsen. Raus gekommen sind wir aber in Chinatown. Bis auf dass die
Häuser etwas kleiner sind hätte man wirklich denken können man befindet sich in
Hong Kong. So krass ist mir das noch nie aufgefallen. Dort war es uns etwas zu
schmutzig und zu voll.
Irgendwann waren wir dann im italienischem Viertel. Dort gab es ein Restaurants,
welches tschechisches Bier verkauft hat. So haben wir noch etwas die Sonne
genossen bevor es zurück zum Schiff ging. Kurz nach dem Abendbrot sind wir
ausgelaufen. Mit 36 Stunden Verspätung
Es ist mir schon die Tage zuvor aufgefallen, dass es sehr neblig wird, wenn die
Sonne untergeht. Aber dieses mal war es heftig. Eine riesige Nebelwand ist vom
Meer über die Berge und über die Stadt gezogen. Irgendwann bestand die Stadt nur
noch aus unwirklichen Schemen. Auch als wir durch diese Wand gefahren sind. Die
ganze Zeit schien die Sonne und plötzlich hat sich die Sicht auf wenige hundert
Meter reduziert.
Der Rest der Woche verging schnell. Bis kommenden Dienstag müssen wir die
Bestellung fertig machen. Ich mache also seit Tagen nichts anderes außer am
Computer sitzen und ab und zu mal runter rennen um Dinge zählen. Im Büro ist es
wenigstens schön kühl
Ich werde mir jetzt aber noch ein stueck Mangotorte holen. Ein schoenes
Wochenende noch.
Franz

1 comments:

Susanne hat gesagt…

Sehr schön! Finde diese Erzählung schon sehr interessant.Danke nun fühle mich schon besser:)

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