Montag, 25. Mai 2009

Vor der Küste Georgias

(von Franz Schwarz geschrieben auf hoher See)

Es ist schon wieder Sonntag. Im Vergleich zur letzten Woche hat sich die
Temperatur wesentlich erhöht. Die Wassertemperatur hat die 20°C überschritten.
In Halifax, wo wir am Dienstagabend waren, bin ich noch mit langer Unterhose,
Pulli und dicker Jacke draußen rumgelaufen. Jetzt reichen kurze Hose und T-
Shirt.
Wenn ich Versuche über meine Arbeit hier auf dem Schiff zu schreiben, fällt mir
das echt schwer. Es gibt nichts zu tun. Am Dienstag waren wir im Rohrtunnel und
haben Schwerölleitungen auf Leckagen überprüft. Eine Dampfleitung war an einigen
Stellen beschädigt. Das habe ich behoben.
Am Abend sind wir in Halifax eingelaufen. Da ging es am Morgen auch schon wieder
raus. Eigentlich standen ein paar Arbeiten in der Maschine an, aber Aufgrund von
Zeitmangel wurden die nur Teilweise erledigt.
Abends wurden noch zwei Geburtstage gefeiert. Die Jungs haben wieder ihre
Schnulzenrockklassiker beim Karaoke zum Besten gegeben. Zwischendurch gab es
immer noch eine Partie Kicker oder Tischtennis. Es war echt witzig. Der zweite
Offizier ist nach seiner Wache auch nochmal runtergekommen. Diese endet um
Mitternacht. Zu dem Zeitpunkt bestand die Runde nur noch aus einer Handvoll
Leute. Zwei Matrosen sind beim Singen regelrecht zur Höchstleistung aufgelaufen.
Die zwei hatten auch gut getankt.
Glücklicherweise haben wir noch eine Stunde gestellt, daher konnte ich mehr oder
wenige ausschlafen.
Donnerstagnacht sind wir in New York angekommen. Das Ein und Auslaufen ist ja
jetzt sehr entspannt für mich. Als Azubi war ich ja oft Stundenlang auf Brücke.
In der Nacht ist das sehr belastend. Aber eine Stunde Winden fahren geht schon.
Freitagmorgen haben wir in der Maschine ein Teil einer Einspritzpumpe gewechselt
und nach der ersten Kaffepause ging es an Land.
Der Landgang war leider enttäuschend. Wir sind alle zu einem großen
Gewerbegebiert gefahren. Das war aber nicht so doll. Mit der Azubine und dem 2.
Ing. habe ich in einem Restaurant noch etwas gegessen und einen Margaritha
getrunken. Das war es aber auch schon.
Das Problem mit den Landgängen in den USA ist mittlerweile, dass man nicht mehr
so ohne weiteres den Hafen verlassen kann. Man darf sich nicht mehr als 18 Fuß
vom Schiff entfernen.
An diesem Terminal ist das Gate vielleicht 200 Meter vom Schiff entfernt. Noch
vor wenigen Monaten konnte man dort hin laufen. Mittlerweile muss man die
Sicherheit rufen, die einen dort hinfährt. Dafür soll man 75$ bezahlen. Zurück
dasselbe Spiel. Der Seemannspastor darf aber auch auf das Terminal fahren. Ich
habe mich also der Masse angeschlossen. Und die hat sich vom Pastor zu diesem
Gewerbegebiet fahren lassen. Ich habe noch kurz überlegt, mich vom Pastor an der
Straßenbahn rauswerfen zu lassen um dann nach Manhattan reinzufahren.
Wir hatten aber ohnehin nicht so viel Zeit und der Pastor ist auch noch eine
Stunde zu spät gekommen. Letzten Endes hätte ich vielleicht eine bis zwei
Stunden in Manhattan gehabt. In Nachhinein wäre das die bessere Wahl gewesen.
In Zwei Monaten ist ja wieder Gelegenheit dafür.
Von meiner letzten Reise kann ich zu New York noch eine kurze Geschichte
erzählen. Damals habe ich auf Staten Island gelegen. Ich bin also mit der Fähre
gefahren um in die Stadt zu kommen. Beim Rückweg, es war schon nach 22:00 Uhr,
saß ich in der großen Fährhalle und wartete. Dann hörte ich plötzlich eine Frau
schreien. Eine ca. 40 Jährige, gepflegt aussehend, normal gut gekleidete Frau
wurde von zwei Polizisten abgeführt. So weit ich das mitgekriegt habe, ist sie
kurz eingeschlafen.
Das ist im Fährteminal nicht gestattet. Ich schätze, die Polizei hat sie für
einen Penner gehalten. So sah sie aber definitiv nicht aus. Sie hatte auch keine
Beutel mit Klamotten dabei.
Es ist krass, wie schnell man in dieser Stadt verhaftet werden kann. Niemand der
vielen Passagiere hat etwas getan als diese Frau einfach weggeschleppt wurde.
Ich auch nicht.
Sie hat immer gerufen „Thats what they do to you on Staten Island.“ Und weg war
sie letztendlich von mehr als fünf Beamten weggeführt.
Mit etwas Verspätung ging es Freitagabend also wieder aus New York raus. Etwas
16 Stunden später waren wir schon wieder in Norfolk fest. Nach dem eine kleine
Leckage an der Hauptkühlwasserleitung geflickt war ging es zum Strand. Der
Virginia Beach ist eine 60$ Taxifahrt von Containerterminal entfernt. Es war
toll. Die Sonne schien, das Wasser war warm genug und es gab schöne Wellen.
Ich habe mit einem der dortigen Rettungsschwimmer das T-Shirt getaucht. Jetzt
hat er ein Shirt der Wasserwacht Ahlbeck und ich der Virginiabeach Surfguard.
Ansonsten gab es in dieser Woche nicht viel. Ich habe einen Separator aufgemacht
und hier und da ein paar Kleinigkeiten erledigt.
Nun gibt es Abendbrot. Der zweite Sonntag ist geschafft, es verbleiben noch elf.

Franz

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