Samstag, 27. Dezember 2008

Manifest der digitalen Eingeborenen

HIER jibt´s den ersten Entwurf:

und ick kann nur sajen....det is nüschts für mich blöden Hausmeister!
Und mal unter uns....
Auf den ersten Blick widerspricht dieset "Manifest" sich selbst.
Denn wenn det nur so welche interlaktuellen Hirsel wo in der Uni bei den Philosophen abjehangen haben verstehen....wo bleibt den denne die "digitale Öffnung", wenn det nur Leute vastehen, die een Fremdwörterbuch im Kopf mit sich runtragen.
Die beziehen sich auf Luhmann... ? Luhmann... ? Ick kenn nur Jens Lehmann und der hat im Tor zumind. keene blinden Flecke.

Untertänigst,

Pachulke

Sonntag, 21. Dezember 2008

Mitgefangene Christian Klars zu dessen Entlassung

Kontroverse um Christian Klars Freilassung?

Thomas Meyer-Falk

Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte entschieden nach 26 Jahren
Freiheitsentzug, das ehemalige Mitglied der RAF, Christian Klar zum
03.01.2009 auf Bewährung aus dem Strafvollzug zu entlassen.

Die meisten Jahre seiner Haftzeit verbrachte Klar hier in der JVA
Bruchsal. In der Öffentlichkeit wurde über die Entscheidung des OLG
Stuttgart heftig diskutiert, kaum ein Blatt oder Sender der nicht die
Stimme des "Volkes" (Einsperren für immer...) zu Wort kommen ließ.

Jedenfalls meinte nun auch der 1. Sprecher der Gefangenenvertretung,
Herr Peter L. sich im Lokalblatt von Bruchsal (Bruchsaler Rundschau/
Badische Neueste Nachrichten) mit einem Leserbrief zu Wort melden zu
müssen. Bei der Gefangenenvertretung handelt es sich um das von den
Inhaftierten der JVA Bruchsal gewählte Gremium gemäß § 160
Strafvollzugsgesetz. Diesem soll es ermöglicht werden, an der
"Verantwortung für Angelegenheiten von gemeinsamen Interesse
teilzunehmen", wie es im Gesetz heißt. Sich also um Probleme des
Speiseplans, der Einkaufsliste und ähnliche Dinge kümmern. Manche
sprechen von einer Alibieinrichtung, denn mit rechtlich einklagbaren
Rechten wie bspw. die Personalvertretung, ist die GV nicht ausgestattet.

In der Ausgabe vom 06.12.08 wurde ein Leserbrief des besagten 1.
Sprechers abgedruckt. Nach der freundlichen Einleitung, wonach man die
Freilassung des Herrn Klar durchaus begrüße, folgt eine
Generalabrechnung mit dem angeblich wenig sozialen Verhalten des Herrn
Klar während der Haft. So bemängelt Herr L., daß sich Christian Klar
nicht um weniger intelligente oder sozial Schwächere unter den
Gefangenen gekümmert habe. Vielmehr erfahre er eine Privilegierung, da
er nach ein bisschen Tisch-Tennis spielen vor Jahren und einigen Jahren
Erfüllen der Arbeitspflicht, nun ohne langjähriges abgestuftes
Lockerungsprogramm entlassen werde, wo es doch Mitgefangene gebe die
viel weniger schlimme Dinge angestellt hätten als Herr Klar und immer
noch, mitunter auch viel länger als die 26 Jahre des Christian Klar,
inhaftiert seien.

Ob der (ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilte) Herr L. sich selbst
damit gemeint haben könnte sei dahin gestellt, jedenfalls haben sich mir
gegenüber mehrere Mitglieder der GV dahingehend geäußert, der Leserbrief
sei so nicht mit ihnen abgesprochen worden und werde auch nicht von
ihnen gebilligt.

Die Lokalzeitung freilich nahm den Leserbrief zum Anlass, in derselben
Ausgabe auf der "Politik"-Seite einen längeren Artikel zu
veröffentlichen, in welchem der Leserbrief referiert wird unter der
Überschrift: Gefangene kritisieren Klars Freilassung.

Die Stuttgarter Nachrichten übernahmen eine Kurzmeldung, selbst bis in
die Bild-Zeitung soll es Peter L. damit geschafft haben.

Der Leserbrief hat so einen "Geruch", daß hier jemand seine persönliche
Animosität gegen einen Mitgefangenen ausagierte; denn der Kern seines
Leserbriefes zielt durchaus in eine richtige Richtung. L. moniert, daß
die Bundesjustizministerin Zypries habe verlauten lassen, Herr Klar sei
wie jeder andere Häftling behandelt worden. Was so selbstverständlich
nicht stimmt, schon angefangen bei den jahrelangen
Sonderhaftbedingungen! Oder der Verfolgungseifer des bad.-württem.
Justizminister Professor Dr. Goll, was die Verweigerung von
Vollzugslockerungen betrifft.

Zutreffend ist, daß Langstrafer so gut wie nie ohne vorherigen
umfangreiches und langjähriges Lockerungsprogramm in Freiheit entlassen
werden; in diesem Punkt wurde Herr Klar tatsächlich nicht wie jeder
andere Gefangene behandelt (hierüber empörte sich Herr L. ganz
besonders). Aber das ist doch schön für Herrn Klar - und alle anderen
Gefangenen! Können letztere doch nun auf den (laut
Bundesjustizministerin) "Normalfall" Christian Klar Bezug nehmen und
eine Gleichbehandlung einfordern!

Die angesprochenen Artikel:

http://wap.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/12/06/christian-klar/mithaeftlinge-beschweren-sich-ueber-raf-terrorist.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/845/450566/text/
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,594750,00.html
http://www.newstin.de/rel/de/de-010-002190844

Thomas Meyer-Falk, z. Zt. JVA-Zelle 3113, Schönbornstrasse 32, D-76646
Bruchsal


http://www.freedom-for-thomas.de/
http://www.freedomforthomas.wordpress.com/

Thomas aus der JVA-Bruchsal - Knast als Produkt!

In US-amerikanischen Gefängnissen ist es schon viele Jahre üblich,
Merchandising-Produkte zu vertreiben; z.B. in Knästen mit Todestrakten
gibt es auch schon mal T-Shirts oder Tassen mit dem Aufdruck: "I
survived (Name des Knastes) ..." zu kaufen.
Auch in Deutschland greift diese Vermarktung des Produkts Gefängnis um
sich, ob nun relativ spektakulär in Berlin, wo eigens ein eigenes
Modelabel (haeftling) kreiert wurde, oder Hamburg, wo in der JVA
Fuhlsbüttel (im Volksmund Santa Fu genannt) T-Shirts mit Aufdrucken wie
"Lebenslänglich", "Freigänger" oder "Unschuldig" gefertigt und
vertrieben werden.
Mittlerweile dürfte wohl jedes Bundesland über einen Internet-Shop
verfügen, in welchem die Leistung von Gefangenenarbeit vermarktet wird.
Ein von Gefangenen in Baden-Württemberg als etwas geschmacklos
empfundener Werbeslogan, welchen die JVA Bruchsal bspw. auf ihre
Plastiktüten und in ihre Inserate drucken lässt, lautet: "Wir lassen Sie
nicht sitzen ..." - so wird der (zwangs)arbeitende Gefangene auch noch
verhöhnt, denn er/sie sitzt!

Dass Justizvollzug tatsächlich ein Produkt ist, beweist auch der
aktuelle Haushaltsplan des Landes Baden-Württemberg, der kürzlich im
Landtag in Stuttgart beraten wurde. Im Haushaltsplan für 2009 heißt es
im Einzelplan Justizministerium in Kapitel 0508 Justizvollzugsanstalten
(S. 84): "produktorientierte Informationen". Dort dann Ziffer 2: "Ziele
und Messgrößen". Aufgezählt werden dort in einer Tabelle vier Ziele,
wobei die Resozialisierung ("Resozialisierenden Strafvollzug
durchführen" lautet das Ziel) erst an dritter Stelle rangiert. An Platz
1 steht "Sichere Unterbringung der Gefangenen gewährleisten" und Ziel 2
ist der "Effiziente Ressourceneinsatz".

Auch "Messgrößen zur Zielerreichung" werden benannt. Der "Sicheren
Unterbringung" ist die Messgröße "Übergriffe unter Gefangenen"
zugeordnet. Für 2006 ein Sollwert von Null, dem ein Istwert von 58
gegenübersteht, 2007 nur noch ein Wert von 54.

Freilich sind wir in Deutschland (noch) nicht soweit, als dass mit der
Zwangsarbeit (wer sich an dem Begriff stört, den bitte ich ins
Grundgesetz zu schauen, denn dort heißt es in Artikel 12 Absatz 3:
"Zwangsarbeit ist nur bei gerichtlich angeordneter Freiheitsentziehung
zulässig.") der Staat Gewinn machen würde.

So fallen für den Justizvollzug in Baden-Württemberg knapp 111 Millionen
Euro Personalkosten alleine für die Beamten an (vgl. Haushaltsplan,
a.a.O., S. 87). Weitere 15 Millionen Euro kosten die Arbeitnehmer, die
keine Beamten sind.
Summa summarum fallen insgesamt 130 Millionen Euro Personalausgaben an
(a.a.O., S. 89).

Die Knastbetriebe Baden-Württembergs wurden in einen Landesbetrieb im
Sinne der Landeshaushaltsordnung umgewandelt, mit dem Ziel, die
Wirtschaftlichkeit der Verwaltung zu verstärken (a.a.O., S. 85).
Für 2008 werden Umsatzerlöse von knapp 28 Millionen Euro erwartet, für
2009 schon 28,7 Mio. Euro. Dem stehen ca. 10,9 Mio Euro für
Bedienstetenbezüge (2008), sowie 9,9 Mio Euro für die
Gefangenenentlohnung (2008) gegenüber.

Der "Erfolgsplan" 2009 (a.a.O., S. 104) sieht für den Landesbetrieb
"Vollzugliches Arbeitswesen" einen Überschuss von 809 000 Euro vor; bei
ziemlich unverändert bleibenden Einnahmen, sollen die Ausgaben erheblich
reduziert werden. Wobei offenbar an den Gefangenenlöhnen nicht gespart
werden soll, denn hier steigen die (prognostizierten) Ausgaben von 2008
auf 2009 um 2,3 Millionen Euro.

Betrachtet man jedoch die Summe der Erträge für 2008 in Höhe von 40,4
Millionen Euro (2009 werden 40,8 Millionen erwartet), sieht man rasch,
dass diese nur knapp ein Drittel der Ausgaben für die Beamten decken würden.
Wie sich diese Entwicklung fortsetzen wird, insbesondere wenn im August
2009 der Vollbetrieb der teilprivatisierten JVA Offenburg startet,
bleibt abzuwarten.

Thomas Meyer-Falk, c/o JVA -- Z. 3113, Schönbornstr. 32, D-76646 Bruchsal
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Disco Inferno - Ein unvergesslicher Abend

02:29 Uhr und Pachulke noch immer auf den Beinen.
Ick war mit eenem meener besten Kumpels im Quasimodo (Berlin) und hab mir Disco-Inferno reinjezojen. Die ultimativ geilste Disco-Coverband Deutschlands.
Da lass ick nichts drauf kommen.
Ein Lied, und der Laden hat jekocht!
Wat mich deutlichst berührt hat, waren zwei MitvierzigerInnen, die am Tresen standen und Spaß haben wollten.
Oder sagen wir mal so:
Mich hat vor allem die eene Mitvierzijerin deutlich berührt.
Ihre Freundin im rosa Pullover....hmmm.... weiss nicht....sicher auch irjendwie in Ordnung...aber berührt hat sie mich nicht.
Vor Ort waren die Mitvierzijerinnen - wenn nicht in der Überzahl - so doch deutlich vertreten.
Und viele hatten auch ihren Spaß....womit ooch immer.
Meine - mich berührende Mitvierzijerin - hatte.... ick weess nicht....Spannung, Anspannung....
Sie hat auf jeden Fall etwas in ihren Oojen, dass war intensiv....und... ja...freudeausstrahlend... und dann aber ooch wieder verhalten....
Irgendwie haben die Beeden et nicht jeschafft, die Tresenkräfte auf sich aufmerksam zu machen.
Naja....Pachulke - der alte Charmeur - hat dann die Aufjabe übernommen, die Tresenkraft darauf aufmerksam zu machen, dass die beeden desperately nach einem Drink bedurften.
Zu meiner Ehrenrettung muss ick erklären, dass ick dett ooch schon vorher für einen Mann und eene weitere Frau mit Anhang jemacht habe....man hat ja sonst nüschts anderet zu tun..
Na jedenfalls...ick nach der Aktion immer bemüht meenen Blick nicht auf die beiden zu lenken, damit die sich nicht irjendwelche Hoffnungen machen oder so... die eene MitvierzigerInnen in dem rosa Pulli catchte dann aber doch irjendwie meenen Blick und bedankte sich mit eenenm Zuprosten mit dem endlich erjatterten Drink.
15 min. später stehen die beiden Damen neben mir und tanzen parallel.
Ick mir jedacht....nun bloss nicht mehr Aufmerksamkeit...nicht dass die Beeden alleinstehend sind und auf der Suche und so und sich Hoffnungen machen.

Ick wees... ist wahrscheinlich völlige Selbstüberschätzung... und in Wahrheit waren die mit ihren Ehejatten oder sonstewat da....

Aber een oller Hausmeister macht sich halt so Jedanken...wenn ihm sonst nüschts besseret einfällt.

Naja.... bei der Zujabe ham wa denne unsere Sachen jepackt und ick hab mich noch höflich verabschiedet von die Beiden.

Und det war´s denn ooch...

Aber wie man sieht...beschäftijen tut mich det schon....

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