Freitag, 30. Mai 2008

Freilassung von Meyer-Falk?

Vor bald 12 Jahren wurde ich von der Polizei verhaftet und 1997 zu 11
Jahren 6 Monaten Haft, sowie Unterbringung in der Sicherungsverwahrung
verurteilt. In drei weiteren Prozessen kamen insgesamt fünf Jahre drei
Monate hinzu, da sich diverse Politiker und Juristen im Staatsdienst von
mir beleidigt und wahlweise bedroht oder genötigt fühlten.

Zwei Drittel der Strafen waren im November 2007 verbüßt; deshalb
beantragte ich im Vorfeld meine Freilassung aus der Haft. Denn gem. § 57
Strafgesetzbuch ist eine Entlassung nach 2/3 der Haftzeit möglich,
sofern dies "unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der
Allgemeinheit" zu verantworten ist, sprich es darf keine weitere
Straffälligkeit zu erwarten sein (faktisch erfolgt nur in ca. 30 % der
Fälle solch eine vorzeitige Freilassung).

Bedingt durch Überlastung der Richter, Krankheit des Vorsitzenden
Richters Kleinheinz und einen Verteidigerwechsel, zog sich das Verfahren
hin.

Die Vollzugsanstalt Bruchsal, in Gestalt von Frau Oberregierungsrätin
Göbel, nahm mehrfach Stellung: Eine vorzeitige Entlassung könne ihrer
Ansicht nach nicht befürwortet werden.
Ursächlich sei, dass ich keine "echte Empathie mit den Opfern (meiner)
Taten" zum Ausdruck bringe, vielmehr den objektiven Tatbestand in Frage
stelle, wenn ich schreibe, Politiker/Richter hätten sich von mir bedroht
g e f ü h l t .
Gespräche mit Sonder-/Fachdiensten der Anstalt würde ich ablehnen. Zwar
sei ich im "Umgang mit den Bediensteten der JVA (...) deutlich
zurückhaltender geworden" (bezogen auf meine "Beschwerdefreudigkeit"),
jedoch ermöglichte ich nach wie vor, so die Anstalt in ihrer jüngsten
Stellungnahme, dem Personal keinen "tieferen Zugang zu (meinem)
persönlichen Erleben und Empfinden".

Mit Verfügung vom 18. April 2008 ordnete das Gericht nunmehr die
Einholung eines kriminalprognostischen Gutachtens an. Bestellt wurde
Prof. Dr. Foerster (Universität Tübingen) zum Sachverständigen. Da ich
ab Juni 2008 in der Anstaltsschule einen Lehrgang besuche (für den jeder
Teilnehmer 500 Euro bezahlen muss), bat ich den Gutachter, erst nach
Abschluss des Kurses die Untersuchung durchzuführen. Diesem Wunsch trug
dieser Rechnung und kündigte an, im November oder Dezember zu erscheinen.
Mit der JVA Bruchsal streite ich mich jedoch noch herum, wo die
Begutachtung durchgeführt werden soll; Frau Göbel wünscht eine Verlegung
nach Tübingen, da sich so evtl. wertvolle Erkenntnisse darüber ergeben
könnten, wie ich unter veränderten Örtlichkeiten reagiere. Ich selbst
ließ wissen, die Exploration abzulehnen, sollte man mich nach Tübingen
in die dortige Anstalt überstellen.

Dies hat damit zu tun, dass man als sogenannter "Transportgefangener" in
aller Regel in einer relativ unsauberen, kahlen Transportzelle zwei/drei
Wochen ausharren muss. Besuche/Telefonate sind gar nicht oder kaum
möglich, Freizeitangebote tendieren gegen null; ganz abgesehen davon,
dass schon die Form des Transports in den großen
Gefangenentransportbussen, auch nach Ansicht einiger Juristen
menschenunwürdig ist.

Die allermeisten Gefangenen machen das Spiel der Justiz mit, steigen
brav in den Bus und sitzen dann artig in den Transportzellen; nur um
hinterher wütend davon zu berichten, wie übel die Bedingungen dort
gewesen wären und man doch "eigentlich" etwas dagegen tun müsse.

Mein Verteidiger hat deshalb dem Gericht mitgeteilt, entweder die
Exploration finde in Bruchsal statt, oder gar nicht. Ich selbst ergänzte
noch, der Anstalt stehe es frei, mein Verhalten unter veränderter
Örtlichkeit zu testen, in dem man mich in den offenen Verzug verlege
(was diese freilich ablehnt).

Realistischerweise muss festgestellt werden, eine vorzeitige Entlassung
ist nicht zu erwarten. Kein Gutachter wird einem Gefangenen nach bald 11
Jahren in Isolationshaft (denn bis Mai 2007 saß ich in Einzelhaft) eine
hohe Wahrscheinlichkeit für ein straf freies Leben bescheinigen. Aber
ohne eine solche positive Prognose erfolgt keine Freilassung.

Und dann ist da auch noch die Frage nach den (eigenen) Prinzipien! Ich
bin unverändert der Ansicht, mir steht meine Freiheit zu -- ohne
Bedingungen irgendwelcher staatlichen Stellen. Und was ich nach der Haft
machen werde, ist meine Sache und kein Gericht, kein Gefängnisjurist hat
zu beurteilen, ob das was ich machen werde, mit den Gesetzen dieses
Staates in Einklang steht oder vielleicht auch nicht. Will ich meine
Bewegungsfreiheit um den Preis der moralischen Korrumpierbarkeit
rückgewinnen, in dem ich mich auf die mal mehr, mal weniger subtilen
Spiele dieses Staates einlasse? Wozu nämlich an erster Stelle die
Unterwerfung gehört!

Und an diesem Punkt sage ich einfach uns schlicht: "Nein!". Nein, das
möchte und werde ich nicht, selbst wenn das bedeutet, dass die Anstalt
ihre Tore freiwillig weiterhin nicht für mich öffnen wird. War es Mao,
der schrieb, im Kampfe mit dem Feind sei jede Lüge erlaubt? Soll ich
mich also, wie so viele Gefangene, an die Sozialarbeiterin, die
Psychologin, die Abteilungsjuristin, die Richter und den Gutachter
ranwanzen, ihnen schöne Augen machen und einreden, was für ein guter,
angepasster Mensch ich nun geworden sei?
Und auch an diesem Punkt sage ich einfach und schlicht: "Nein!".

Das hat nichts damit zu tun "Märtyrer" spielen zu wollen, sondern es
widert mich geradezu körperlich an, mich verbiegen zu müssen. Mir tun
all jene Gefangene leid, die sich auf die Spielchen der Justiz vorne
herum einlassen und hinten herum schimpfen und fluchen. Ist mir meine
Freiheit wichtig? Ja!
Ja, mir ist meine Freiheit wichtig; aber mir ist auch der Weg dorthin
wichtig.
Thomas Meyer-Falk, c/o JVA -- Z. 3113, Schönbornstr. 32, D-76646 Bruchsal
homepage: www.freedom-for-thomas.de
blog: http://www.freedomforthomas.wordpress.com

Wer trotz des oben gesagtem meinen Antrag auf Haftentlassung
unterstützen möchte, den bitte ich, dieses dem Richter Kleinheinz am
Landgericht Karlsruhe mitzuteilen:
Landgericht
-Strafvollstreckungskammer-
Hans-Thoma-Str. 7, D-76133 Karlsruhe
Aktenzeichen: 15 StVK 260/07 BR
Telefax: 0721-9262344

Mittwoch, 28. Mai 2008

Franz auf den Weltmeeren im Mai 2008

Japan, 27. Mai 2008

In der letzten Woche sind wir über den Pazifik geheizt. Die Überfahrt war sehr
ruhig. Etwas neblig und sehr kaltzwar aber wir hatten kaum Wellengang. Die
Wassertemperaturen lagen immer so um die 1° oder 2° C. Die Lufttemperatur lag
auch nur unwesentlich höher. Wir sind einen Großkreis gefahren, der uns an den
Aleuten vorbei geführt hat. Na ja am Mittwoch konnte man in der Ferne
Schneebedeckte Gipfel sehen. Das war es aber auch schon.
Innerhalb der letzten drei Tage ist das Klima wieder warm geworden. Schon
Sonntagabend sind wir in Yokohama eingelaufen. Es war Sonntagvormittag und wir
haben bis Abends gelegen. Eigentlich die optimale Zeit für einen Landgang. Aber
die Zwischenböden und er Spülluftkanal der Hauptmaschine sollten gereinigt
werden. Es hat sowieso geregnet. Egal.
Den ganzen Sonntag habe ich also mit reinigen verbracht. Die Zwischenböden
gingen noch aber der Spülluftkanal war brutal. Da drinnen herrschen optimal
Saunabedingungen. Dazu kommt der ganze Dreck. Bis 15:00 war die gesamte
Maschinencrew da drinnen zu gange. Danach hatte ich keine Lust mehr um noch an
Land zu gehen.
Gestern Mittag ging es nach Kobe. Das Wetter war endlich wieder warm und sonnig.
Aber es war relativ dunstig, deswegen hat man nicht viel gesehen. Bloß die
Konturen der Berge in der Ferne. Und natürlich rötliche Chemikalien im Wasser.
Ich hatte die Gewässer hier nicht so dreckig in Erinnerung. Wie auch immer. Als
wir fest waren, hatten wir zwei Azubis die Wahl an Land zu gehen oder
Rettungsboot zu fahren. Die Antwort fiel ganz klar auf letzteres. Leider sind
wir nicht gefallen, sondern wurden mit dem Kran ausgesetzt. Es war trotzdem
lustig. Nach dem Manöver war es schon spät und für um 04:00 Uhr war auslaufen
angesetzt. Und eine Stunde früher musste ich die Maschine klar machen. Das ist
auch nicht wirklich spannend. Ein paar Ventile bewegen, etwas vorschmieren.
Während des Auslaufens bin ich wie in Yokohama auch unten gewesen und habe auf
Anweisung der Ings. Hilfsaggregate an oder abgeschaltet. Während der Manöver
Fahrten in der Maschine zu sein hat den absoluten Vorteil, dass man
zwischendurch in Ruhe was trinken kann oder auch mal ein paar Minuten sitzen
kann. Dafür sieht und macht man das, was man sowieso immer sieht und tut.
Na ja dafür durfte ich nachdem Auslaufen erstmal ausscheiden, bevor ich um 12:00
zum ersten Mal alleine Wache gehen werde. Dadurch habe ich das absolute
Highlight mal wieder verpennt. Die Abgasturbine ist uns um die Ohren geflogen.
Die Sollte zwar in Hong Kong ausgetauscht werden aber trotzdem bedeutet sowas
immer stress. Ich war leider nicht unten es muss aber ganz gut gerumst haben.
Die vergangene Woche stand ganz im Sinne der Maschinenwache war also absolut
monoton
Jeden Tag habe ich von 0600 bis 0730 zig Tanks gepeilt. Nach dem Frühstück habe
ich bis zur Kaffepause die Turbolader der Hauptmaschine gewaschen, das
Boilerwasser auf den Nitratwert und PH Wert getestet , den Schornstein entrußt
und na ja geschaut, dass alles seinen gewohnte Gang in der Maschine geht. Nach
der Pause habe ich das Maschinenlogbuch geschrieben und Zählerwerte abgetippt.
Nach dem Mittag hatte ich dann quasi nichts mehr zu tun außer rumlaufen und na
ja schauen dass alles läuft. Hier und da konnte man Tanks auffüllen oder an
Ventilen rumspielen. So richtig erfüllend ist das nicht. Ab und zu kam zwar ein
Alarm, den man dann behoben hat, was ein ganz gutes Gefühl ist. Aber
Maschinenwache hat etwas von Feuerwehr. Wenn es ruhig ist, ist das prinzipiell
ein sehr gutes Zeichen, denn dann funktioniert alles. Aber wenn es viele Alarme
gibt, macht es Spaß und die Zeit vergeht schnell. Ich will mal nichts herauf
beschwören. Eine explodierende Abgasturbine reicht ja auch erstmal für eine
Weile
Donnerstag laufen wir in Yantian, China ein. Dort geben wir unseren ganzen Müll
ab. Vielleicht kann man da abends noch ein paar Shrimps essen gehen. Aber es
dürfte zu spät werden um nochmal vom Kahn runter zu kommen.
In Hong Kong am Freitag ist dann stress pur. Ein großer Teil der Crew wechselt
und es stehen richtig viele Arbeiten an. Unter anderem die Abgasturbine. Schade
auf Hong Kong hätte ich richtig Lust gehabt. Aber mal schauen was sich da noch
ergibt.
Also viele Grüße aus Asien
Franz

Montag, 26. Mai 2008

Der Tiger von Kreuzberg

Ick vasuche ja möglichst immer für Euch - meine heissjeliebten Leser - ab to däit zu sein.
Aber dette hier ist komplett an mir vorbeijejangen:

EM 2008 live im Internet

Les ick jerade: ARD und ZDF streamen alle Spiele der EM live im Internet.
Nun streamt ja Zattoo seit einija Zeit wiederum komplett alle öffentlich-rechtlichen Sender ebenfalls im Internet. Nach Installation der entsprechenden Software, kann man sich alle Sender problemlos ankiecken.
Ick bin mal jespannt welcher Stream eene bessere Qualität hat.

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