Sonntag, 16. November 2008

lange unterhosen bedrohen knastordnung (von Thomas aus der JVA Bruchsal)

lange unterhosen bedrohen knastordnung

welche blüten der knastalltag hervortreibt, lässt sich an den jüngsten
ereignissen in der strafanstalt pöschwies (regensdorf/zh) beobachten.

pöschwies ist nicht nur der grösste knast der schweiz, er macht auch immer
wieder von sich reden. so hat neulich die zürcher staatsanwaltschaft ein
verfahren gegen das knastpersonal eingestellt und es somit vom vorwurf
entlastet, am tod eines gefangenen mitschuldig zu sein. dabei ist
offensichtlich, dass die im rahmen des sparprogrammes 04 vollzogene
doppelbelegung im pöschwieser ergänzungsbau zu deutlich mehr spannungen
unter den gefangenen führte. im endeffekt war das mit ausschlaggebend für
die tötung des gefangenen.

bereits vor zwei jahren forderten die gefangenen in einer petition die
zuständigen behörden auf, für menschenwürdige bedingungen in pöschwies zu
sorgen. den zuständigen sp-regierungsrat notter interessierte das nicht: er
wischte die petition ohne viel federlesens vom tisch. auch der bund
bemängelte die zustände in pöschwies und die massive zunahme von
disziplinarverfahren. dennoch lässt er der knastleitung bis 2010 zeit, die
doppelbelegung aufzuheben.

als ob das rigorose sparen beim essen, bei der medizinischen versorgung oder
bei bildungsmöglichkeiten nicht schon reichen würde, haben sich die
schliesser und die knastleitung von pöschwies etwas neues ausgedacht, den
gefangenen das leben noch schwerer zu machen.

ende oktober wurde einem langjährigen gefangenen erklärt, per sofort sei
während dem sport das tragen langer unterhosen unter kurzen sporthosen
verboten. nun ist das ein behelf, wie sich die gefangenen gegen kälte und
nässe schützen können, während ihre einzige trainerhose in der wäsche ist.
eine gängige praxis seit den 1990er jahren, die bis anhin niemanden störte.

der betroffene gefangene verlangte eine begründung. und er weigerte sich,
das absurde verbot anzuerkennen. als antwort erhielt er innert zwei tagen
drei disziplinarverfügungen und bussen von insgesamt 120.- sfr verpasst. bei
einem realen stundenlohn von knapp 1,50 sfr für die zu leistende
zwangsarbeit ein beträchtlicher betrag.

pikantes detail: dem gefangenen wurde das verbriefte recht, gegen die
verfügung bei der knastleitung rekurs einzulegen, verweigert. noch am selben
tag hat oberschliesser thomas noll als mitglied der knastleitung einfach
eine weitere disziplinarverfügung erteilt, ohne einen allfälligen rekurs
abzuwarten. diese verfügung endete mit der drohung, man werde ihn bei
nichtbeachtung wegen "normalvollzugsuntauglichkeit" in den sogenannten
eintrittspavillon verlegen. dieser pavillon funktioniert in pöschwies als
eigentliche disziplinierungs- und isolationsabteilung.

es erstaunt wenig, dass der gefangene das verbot und die verfügungen als
persönliche schikane gegen ihn auffasst. er reichte deshalb bei notters
justizdepartement einen rekurs, und bei den zuständigen stellen eine
strafanzeige gegen die knastleitung ein.

seither hat sich die situation stetig verschärft. wegen tragens langer
unterhosen will die knastleitung den gefangenen aus dem normalvollzug
verlegen. der aber weigert sich, freiwillig in den eintrittspavillon zu
wechseln, wo faktisch ein isolationsregime herrscht. deshalb sitzt er seit
zwei wochen in einer arrestzelle. mittlerweile hat sich sein mitgefangener
marco camenisch mit ihm solidarisiert. auch er trägt nun lange unterhosen...
es ist nur eine frage der zeit, bis auch er isoliert werden soll.

es wird sich zeigen, wie lange knastleitung und schliesser ihre schikane
noch treiben wollen. und ob sie dafür zur rechenschaft gezogen werden. fest
steht, dass die eingeknasteten in ihren kämpfen um ein minimum an
menschenwürde unsere unterstützung brauchen.

solidarität mit den kämpfenden gefangenen - für eine gesellschaft ohne
knäste!

freund/innen und untertstützer/innen von marco camenisch
november 2008

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