Mittwoch, 16. Juli 2008

Franz ist verliebt

Hey,

hier nochmal die Reiseabschlußmail.

15. Juli 2008, im ICE von Hamburg nach Berlin

Einen schönen Nachmittag. Für viele ist heute Ferienbeginn. Unter anderem auch für mich. Meine Reise, die mich beinahe einmal um die Welt geführt hat ist zu Ende. Dem folgenden Urlaub blicke ich mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.

Na ja wenigstens gehe ich erholt in den Urlaub.. Die letzten Tage gab es nicht mehr viel zu tun. Es war eh Wochenende und da habe ich die meiste Arbeitszeit mit Sachen packen und Kammer reinigen verbracht.. Damit wir saubere Hände bekommen hat der Chief uns auch noch ein bisschen in der Maschine putzen lassen. Das hielt sich aber in Grenzen.

Eigentlich drehte sich alles um Bremerhaven, sprich die Abgabe wurde vorbereitet und das Schiff wurde auf Hochglanz gebracht.

Alles relativ unspektakulär. Aber was ich das letzte Mal vergessen hatte zu erwähnen. In New York und Halifax sind ein neuer 2. Ing und eine neue 3. Ingin an Bord gekommen. Beide sind noch recht jung und sie sollten während der Atlantiküberfahrt eingearbeitet werden. Der neue 2. ist auch pole, ein richtiges Tier. Aber viel zu tun hatte ich während der ganzen Zeit nicht mit ihm. Die neue 3. kam frisch von der Schule. Trotzdem hat sie unseren aktuellen 3. Voll in die Tasche gesteckt. Viel mag ich nicht dazu schreiben, weil ich zu sehr ausholen müsste aber wenn man noch nicht weiß, dass die Brücke auf See immer weiß was das Schiff für einen Tiefgang hat ist das nichts anderes als traurig. Jeder fängt mal an aber er braucht noch ganz viel Erfahrung. Ich will jetzt nicht weiter lästern, dass habe ich an Bord schon zu genüge getan.

Am letzten Freitag sind wir in Thamesport eingelaufen, was relativ am Anfang der Themse liegt. Es hätte zwar die Möglichkeit gegeben dort an Land zu gehen aber der Hafen liegt mittendrin im Nirgendwo. Es soll einen Pub geben aber Bier trinken geht auch an Bord. Dort ist es vor allem billiger, kalt und mit Schaum. Es war also ein normaler Bordfreitag. Ich habe wie seit drei Wochen versucht früh ins Bett zu gehen aber wie erwartet hat das nicht so geklappt. Egal, was ganz cool war, dass weder der andere Azubi noch ich auf Brücke zum steuern mussten. Denn unsere beiden Leichtmatrosen sollten das Steuern auch mal üben. Das hat mir ganz gut gepasst, weil Thamesport und Antwerpen zwei lange und langweilige Reviere sind.

Weil in Antwerpen ein Sicherheitsinspektor an Bord kommen sollte, musste ich wieder mit dem anderen Azubi zusammen ziehen. Na ja wie Anfangs erwähnt habe einen Nachmittag zum packen, umziehen und putzen frei bekommen. Na gut, ich sollte auch noch eine Foto CD für die Offiziere zusammenstellen. SO sollten die letzten Tage vor dem aussteigen immer sein.

In Antwerpen kam dann der Typ. Er ist aus unserer Firma und sollte also nur Mängel aufdecken, die bis zur offiziellen Prüfung dann beseitigt werden können. Das Problem ist, dass seine Seefahrtszeit sehr lange zurück liegt. Praxis und seine Vorstellungen bzw. die Vorstellungen der Firma waren in einigen Punkten etwas gegensätzlich. Eigentlich ging es bloß um die Dokumentation. Ich habe es nur am Rande mitbekommen aber im Prinzip sollte es für sämtliche Situationen und Fälle Formblätter und Checklisten geben. Ich meine wir haben schon wirklich viele Checklisten die jetzt schon zum größten teil sinnlos sind. Die Maschinenwachechecklisten zum Beispiel. Sie wird konsequent erst am nächsten Tag angekreuzt. Ich meine man fährt mit mehr oder weniger gesundem Menschenverstand zur See. In meiner Wache kontrolliere ich quasi alles, das noch abzuhacken ist sinnlose Papierarbeit. Aber es wird sich wohl nicht vermeiden lassen, dass der Papiermist zunimmt.

Der Inspektor hatte auch nicht viele Freunde an Bord. Er tat mir etwas leid aber ich denke dass hat er nicht zum ersten mal erlebt.

Nach dem Auslaufen aus Antwerpen Sonntagnacht holt mich irgendwann nachts das Telefon aus dem Tiefschlaf. Der Chief hatte Geburtstag und er wollte Mitternachts noch unbedingt ein Geburtstagsbier trinken. Bei einem ist es natürlich nicht geblieben. 05:30 Uhr war ich im Bett. Etwas unschön.

Am Montag war ich noch einmal Drachensteigen auf der Brückennock. Wir hatten viel Zeit um von Antwerpen nach Bremerhaven zu fahren. Wir sind also sehr langsam gefahren. Sprich keinen lästigen Fahrtwinde. Der Wind war auch perfekt und ohne mich selber zu beweihräuchern der selbstgebaute Lenkdrachen ist astrein geflogen. Irgendwann kam dann der Kapitän und hat eine Leine durchgeschnitten. Passiert. Es gibt schlimmeres. vor allem weil wir am Nachmittag in Bremerhaven eingelaufen sind. Am frühen Abend waren wir fest. Ich habe mich eigentlich auf einen entspannten letzten Abend an Bord gefreut aber ich musste noch Müll abgeben. Dass kam nicht zu überraschend. Aber der letzte Abend jedenfalls war hinüber.

Für den letzten Skandal, der Eigentlich kein Skandal sondern eher ein langsamer Prozess war, war ich selber verantwortlich. Seit ca. drei Wochen habe ich eine Beziehung mit der 3. Nautikerin. Deshalb die kurzen Nächte und der Schlafmangel. Allen anderen war schon klar, dass da was läuft bevor ich es selber wusste. Wie gesagt es war ein langsamer, stetiger Prozess. Warum es alle wussten weiß ich nicht. Egal, meine bisher beste Reise ist nun zu Ende. Leider endet damit auch meine heile Schiffswelt, wo ich meine Freundin maximal 18 Stunden nicht gesehen habe, was zum Ende schon schwierig war. Jetzt fahren ich nach Berlin und sie nach Basel.

Wie auch immer, so ist das Leben. Davon mal abgesehen, habe ich während dieser Reise viel gelernt und viel gesehen. Ich hatte so viele geniale Landgänge wie niemals zuvor. Nicht zu vergessen meine neue Kamera. Leider weiß ich noch nicht wie lange mein Urlaub sein wird. Dass muss ich Morgen erstmal klären.

Wie auch immer, soweit alles gut und ich melde mich vom nächsten Schiff.



Franz

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