Montag, 9. Juni 2008

8.6.08 pazifischer Ozean

Einen schönen Sonntagnachmittag.

Zum Anfang die gute Nachricht. Ich habe die Hälfte hinter mir. Mehr als das sogar. Hong Kong, was ja der Wendehafen ist habe ich schon vor einer Woche verlassen. Zwischendurch war ich schon wieder in Japan und jetzt geht es nach Hause.

Es sind so viele Sachen passiert in den letzten zwei Wochen, dass ich echt überlegen muss womit ich anfange.

Also erstmal der absolute Hammer.

Unser philippinischer Nautiker hätte fast einen Fischer platt gefahren. Der Kapitän kam zufällig auf die Brücke und konnte gerade noch so das Ruder rumreißen. Es war abends und ich hatte Maschinenwache. Durch diese Aktion kam die Hauptmaschine natürlich gleich auf Überlast weshalb es Alarm gab. Als ich gerade nachschauen wollte, was los war, habe ich ganz nah den Fischer gesehen.

Jedenfalls ist der Typ in Hong Kong nach Hause geflogen. Fristlos. Das Ganze ist passiert, nachdem wir Japan verlassen haben. In drei Tagen kriegt man verständlicherweise keinen Ersatz nach Hong Kong gekahrt, weshalb der Kapitän die Wache übernehmen musste. Und im Hafen haben wir zwei Azubis den Offizier ersetzt und sind selbstständig Ladungswache gegangen. Man muss dazu sagen, dass an der Ladungswache nicht viel dran ist. Man schaut prinzipiell nur, an welcher Bay die Containerbrücken arbeiten, man kontrolliert die Laschings und behält den

Überblick über den Lade und Löschvorgang. Wir beide haben das auch schön öfter gemacht. Aber wenn die Verantwortung plötzlich an einem liegt ist das schon etwas anderes als wenn man nur mitdackelt. Hinzu kommt das in Yantian immer sehr viele Brücken gleichzeitig arbeiten.

Die Matrosen, die wir haben sind aber sehr fit und konnten uns da ausgezeichnet unterstützen. In Hong Kong war dann das Ding, dass der andere Azubi Maschinenwache hatte und somit beschäftigt war. Ich habe dann alleine den Nautiker ersetzt. Das war schon ziemlich abgefahren. Vor allem kurz vor dem Auslaufen was dann wirklich Stress ist, weil man die letzten Laschings kontrollieren muss, zählen muss wie viele Container noch fehlen, damit der Kapitän weiß wann wir auslaufen und so weiter und so fort. Richtig abgefahren war es dann als mir der 1. Offizier gesagt hat, dass ich auf der Achterstation die Leinen losmachen soll. Sprich den Matrosen und dem Schiffsmechaniker

Anweisungen geben soll welche Leine sie wann bewegen müssen. Dazu gehört es dann die Kommunikation mit der Brücke zu übernehmen.. Einerseits ist losmachen fast ein Selbstläufer weil alle Beteiligten erfahren genug sind, andererseits hat mich der Schiffsmechaniker richtig angemotzt. Ich habe noch nicht ein Kommando gegeben dann fängt er schon an sich aufzuregen. Nach dem wir los waren habe ich ihm dann die Meinung gesagt, dann war die Sache auch gegessen. Bei ihm muss man sich da auch keine großen Gedanken machen weil er unglücklich ist, wenn er sich nicht über irgendetwas aufregen kann. Aber es gibt Situation wo man ihn dafür nur erwürgen kann. Aber es war trotzdem eine abgefahrene Situation. Wenn die neuen Philippinos einen dann schon mit Sir ansprechen und einen für einen Offizier halten. Da kriegt man ein bisschen Höhenflug. Egal es hat richtig Spaß gemacht, im Nachhinein. Ich war aber auch ganz froh, als ich wieder in meine Maschine zum Separator putzen konnte. Das ist aber generell so bei den Offiziersaufgaben. Die scheinen leicht und langweilig zu sein. Aber wenn man dann aber die Verantwortung hat wird die ganze Sache anstrengend, macht dann aber auch Spaß. Was wirklich belastend war, war der nur ungenügende Schlaf. Im Hafen geht man an Deck sechs Stunden Wache und ruht dann sechs Stunden. Hinzu kahm, dass wir beim Ein und Auslaufen ja auch entweder auf Brücke oder in der

Maschine waren. Und die Maschinenwache mussten wir ja auch noch gehen. Erschwerend war noch, dass mehr als die Hälfte der Maschinencrew in Hong Kong abgemustert hat. Ein ganz guter Oiler ist auch noch kurzfristig abgedüst, weil er zu seiner gerade erkrankten Frau nach Hause wollte. Na ja das hat alles schon irgendwo gepasst. Bloß die Landgänge in Hong Kong und in China sind halt ausgefallen was ich a schon erwartet hatte von daher hat sich die Enttäuschung in Grenzen gehalten, wobei die Zeit gerade in Hong Kong Ideal gewesen wäre. Thats Seamans life.

Egal:

Die Überfahrt nach Japan war kurz und Ereignislos. In Kobe kam dann der beste Landgang der Reise. Zum Einlaufen war ich in der Maschine. Dann ging es aber mit dem Agenten zu einem Bad. Das war richtig gut. Es gab ganz viele Bäder, die unterschiedlich temperiert waren. Das Wasser kam aus einer Quelle im Berg. Es war super Wetter, nicht zu kalt oder zu warm und die Sonne hat geschien. Es war wie Sauna nur, dass man zwischen verschiedenen Wasserbecken gewechselt hat.

Zwischendurch war ich dann noch bei einer Massage, die gut war. Ganz cool. Man hat am Anfang auch einen Kimono erhalten, mit dem man dann rumgelaufen ist. Nicht schlecht war auch der Fernseher in der einen Sauna. Es kam irgendeine Japanische Serie. Ein Typ hat knallhart bei einer Besprechung eine Anwältin mit einem Samuraischwert erstochen. Wieso habe ich natürlich nicht verstanden. Duschen gab es in dem Bad auch nicht. Gab es schon aber zum sich reinigen und Haare Waschen hat man sich vor ein Waschbecken gesetzt, wo ein Duschkopf war. Etwas anders als man es kennt. Nach dem Bad sind wir dann noch essen gefahren. Es gab Nudelsuppe, die natürlich auch mit Stäbchen gegessen wurde und frittierte Dinge. Ich weiß gar nicht so recht was das alles war. Aber es hat gut geschmeckt. Das war jedenfalls der Höhepunkt der Asienreise.

Zurück auf dem Schiff ging es fast sofort wieder los mit Brücke klarmachen und raus steuern. In Nagoya war ich komplett in der Maschine. Ich habe zusammen mit dem 3. Ing. die Kurbelwangenatmung bestimmt. Sprich um wie viel sich die Kurbelwelle bei einer Umdrehung verzieht. Das ist abgefahren. Die Kurbelwelle ist Mannshoch aber die Abweichung liegen im 1/100 mm Bereich. Danach haben wir noch Kugellager bei der Schmierölpumpe gewechselt. Der E-Motor davon wiegt auch mal eben eine Tonne. Ich mag solche Aktionen.

In Tokyo standen auch wieder einige kleinere Arbeiten an. Aber die Stadt soll eh nicht so interessant sein. Wie auch immer - in Tokyo kam dann auch unser neuer Nautiker. Ein jungscher, ganz frisch von der Schule. Er ist ganz nett. Aber so viel hatte ich jetzt noch nicht mit ihm zu tun. Der erste kleine Dämpfer für ihn kam bei der Geburtstagsfeier vom 2. Ing. Der Chief hatte wieder Fisch geräuchert. Es waren aber nicht mehr genug Stücke für alle da. Der neue musste dann halt verzichten. Für ihn gab es nur geräucherte Wurst.

So Mittlerweile ist auch schon der zweite Sonntag fast wieder vorbei. Wir sind nämlich gerade über die Datumsgrenze gefahren und haben angenehmerweise den Sonntag wiederholt. Für mich war das mehr oder weniger Egal, weil ich Maschinenwache hatte und somit zweimal Wache gehen musste. Vor allem hatte ich zwei Nächte Bereitschaft. Aber nur in einer Nacht kam ein Alarm. Ich musste nur die Temperatur der Separatoren neu regeln, da diese etwas zu warm waren. Das war so um 00:30 Uhr. Vorschriftsmäßig habe ich mich auf der Brücke wieder aus der Maschine zurück gemeldet. Dazu bin ich kurz hochgelaufen. Unglücklicherweise habe ich mich mit der Nautikerin total fest gequatscht und so bin ich erst kurz vor drei wieder ins Bett gekommen. Egal schlafen kann man wenn man Tod ist. Oder Sonntagnachmittags.

Das war es auch schon wieder.

Am Freitag sind wir in Seattle und dann ist die Reise praktisch gelaufen. Na ja es sind dann nur noch vier Wochen.

Egal


Viele liebe Grüße


Franz

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