Sonntag, 20. April 2008

Und wieder einmal: Franz auf hoher See

20.04 2008 Englischer Kanal
Hallo,
Nach einem etwas zu kurzen Urlaub bin ich seit nun mehr vier Tagen wieder auf
einem Schiff. Die letzten Tage zu Hause und die ersten an Bord waren wie üblich
recht turbulent.
Meistens fahre ich einen Tag vor dem Einsteigen nach Hamburg, wo ich bei
Freunden schlafe. Das erspart mir ein zu frühes aufstehen am Tag des Anmusterns.
Erst recht wenn es von Bremerhaven los geht. Am Montagmorgen bin ich nach
Hamburg gefahren. Als ich dort angekommen bin habe ich die Information erhalten,
dass sich das Schiff um noch mindestens einen Tag verspäten wird. Also einen Tag
in Hamburg tot schlagen. Ein Kollege von mir ist Mitglied in einem
Traditionsseglerverein. Den habe ich besucht und ihm ein bisschen mit dem alten
Segelboot geholfen. Eine kleine Eingewöhnung für die nächsten Monate
Mittwochfrüh ging es dann Richtung Bremerhaven los. Mein Mitazubi Torben hat
mich dort vom Bahnhof abgeholt. Gemeinsam sind wir zum Schiff gefahren. Er war
schon einmal auf diesem Schiff und kannte schon einen Teil der Besatzung.
Angekommen, ging das übliche Spiel sofort los. Die Klamotten schnell auf die
Kammer geschafft, umgezogen und mit geholfen den Müll abzugeben und Ausrüstung
und Proviant entgegenzunehmen.
Am nächsten Tag ging es gleich früh los um Schmieröl in unseren vorderen
Festmacherwinden zu wechseln. Das hört sich relativ leicht an, das Problem
besteht darin die insgesamt 800 Liter Öl von vorne in den Maschinenraum zu
bringen, wo wir es in unseren Schlammtank füllen können. Letztendlich haben wir
das Öl in alte Fässer gepumpt und die dann mithilfe von Kran und Hubwagen in die
Maschine gebracht. Natürlich hat sich die ganze Aktion bis nach dem regulären
Feierabend hingezogen.
Um Mitternacht hat der Wecker geklingelt und wir sind zu unserer Reise
aufgebrochen. In etwas mehr als drei Monaten werde ich wieder hier sein. Bis
dahin gilt es gute Mine zum bösen Spiel machen. Ich hatte nämlich noch überhaupt
keine Motivation wieder aufzubrechen.
Jedenfalls sind wir am nächsten Morgen in Rotterdam eingelaufen. Ich war auf der
Brücke und durfte zwei Stunden lang steuern. Ich hoffe, dass es nicht zur
Gewohnheit wird, dass ich im Revier am Ruder stehe.
Ansonsten habe ich an diesem Freitag das alte Öl in den Schlammtank gekippt. Die
Chancen standen gut, pünktlich Feierabend zu machen. Aber beim aufräumen haben
wir aus Versehen Öl auf zwei Decks verteilt. Nach dem wir alles gereinigt hatten
kam dann die Hiobsbotschaft. Beim Schmierölbunkern gab es einen Overflow. Nach
dem Essen haben wir mit der gesamten Maschinencrew noch den Wallgang gereinigt.
Ziemlich erschöpft und nach einer Folge „Michel aus Lönneberga“ sind wir dann
schlafen gegangen.
Die zwei Azubis schlafen auf diesem Schiff auf einer Kammer, was aber vollkommen
in Ordnung ist, da die Kammer groß genug ist und man neben dem Schlafraum noch
einen Aufenthaltsraum hat.
Um 0130 Uhr klingelte das Telefon. Der Leitende Ing. hatte einen Job für uns. In
einem Laderaum hat sich ein Stahlteil so verbogen, dass man die Container nicht
mehr löschen kann. Wir haben uns also mit Flex und großem Vorschlaghammer
bewaffnet und haben das Teil entfernt.
Zum Ausgleich durften wir heute bis zum Auslaufen Schlafen was letztendlich 1130
Uhr war.
Nach dem Auslaufen habe ich noch einige Fässer gelascht und die Bierzapfanlage
gereinigt, was eine Order von ganz oben war. Beim zusammen bauen ist es dann zu
einem kleinem Malör gekommen. Das Bier kam überallraus bloß nicht aus dem
Zapfhahn. Nach einigen kleinen Handgriffen hatte ich dieses Problem im Griff.
Wir Azubis haben gerade eine Partie Tischtennis begonnen als der Kapitän reinkam
und uns den Auftrag gab die Pressluftatmer zur Feuerbekämpfung in den gekommenen
Ausrüstungskisten zu suchen. Und da wir ja schon unten waren sollten wir dann
noch eben die EEBD (Emergency Exit Breathing Device) austauschen. Das sind
kleine Sauerstoffgeräte, die dazu da sind um im Brandfall heil den Maschinenraum
zu verlassen.
Abend haben wir dann noch alle Mann ewig in der Bar gesessen. Der Chief wollte
mich aber einfach nicht gehen lassen. Heute konnte ich ja ausschlafen.
Die Crew hier scheint sehr gut zu sein. Der Kapitän und der Chief sind noch
recht jung aber ganz schwer in Ordnung. Dann haben wir einen jungen deutschen
dritten Ing. den ich noch nicht einschätzen kann. Der Schiffsmechaniker steht
kurz vor der Rente und ist ziemlich inkompetent. Aber ansonsten ist er ganz
lustig. Was ich zum ersten Mal erlebe, ist dass wir einen weiblichen dritten
Offizier haben. Sie scheint ganz nett zu sein.
Nach wir jetzt richtig unterwegs sind habe ich meine Lust an dieser Reise wieder
gewonnen. Mal schauen was mich alles erwartet.
Einen schönen Sonntag noch

Franz

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