Sonntag, 9. März 2008

Franz auf Küstenfahrt USA

Abend,
Ich habe mittlerweile die Küstenfahrt USA hinter mir und bin keine zwei
Wochen mehr auf diesem Schiff. Einerseits bin ich ganz froh darüber.
Andererseits hatte ich eine super Zeit an Bord und einige von den Leuten
werde ich ernsthaft vermissen.
Die Küstenfahrt USA war wieder sehr ereignisreich. Der erste Hafen in den
Staaten war Houston. Als ich vor sechs Wochen das letzte mal dort war bin
ich ins NASA Space Center gefahren. Dieses Mal war es nur Wal Mart. Das
Problem ist, das wir extrem weit von der Stadt entfernt lagen. Weshalb es
sich nicht gelohnt hätte rein zu fahren. Aber nach fast drei Wochen sollte
der Koch im Wal Mart frische Nahrungsmittel einkaufen. Letztendlich waren
es neun Einkaufswagen voll. Der Einkauf hat glaube ich knappe 800$
gekostet. Ich selber habe mir Tonnen von Keksen, Marshmallos und so weiter
gekauft. Da sind auch gute 50$ bei drauf gegangen. Wir hatten für die
Einkauftour einen kleinen Bus zur Verfügung. Der war wirklich komplett voll
mit Einkaufstüten. Ein sehr geiler Anblick. Wieder zurück auf dem Schiff
haben wir das Zeug dann mit dem Kran an Bord geholt. Es ist immer wieder
erstaunlich, welche Dimensionen Nahrungsmittelpackungen in den USA haben
können. Corn Flakes kann man da in XXL Hundefutter Abmessungen kaufen. Ich
habe 3 Gallonen Gewürzgurkenfässer gesehen. Das sind gute drei Liter.
Das Auslaufen war der absolute Hammer. Es hat sich erstmal um einige
Stunden verzögert. Als ich dann das erste Mal auf der vorderen Manöver
Station an gekommen bin hieß es auch schon ziemlich bald, dass es noch
mindestens ne Stunde dauert. Jedenfalls als ich dann das zweite Mal vorne
war, war wenigstens schon der Lotse an Bord und es haben nur noch die
Schlepper gefehlt. Die hingen gerade an einem anderen Containerschiff.
Dieses ist dann mit satten sechs Knoten also ca. 12 km/h an uns vorbei
gedüst. Durch den dadurch entstandenen Sog, der uns von der Pier weggezogen
hat sind uns insgesamt fünf Festmacherleinen gerissen. Und die halten eine
ganze Menge aus. Wir trieben also von der Pier weg. Es war ein totales
Chaos. Aber mit den restlichen Leinen und dem Bugstrahlruder ist es uns
gelungen uns wieder an die Pier zu drücken. Glücklicherweise war niemand
verletzt.
Woran man sofort merkt, dass man in der nähre von Texas ist sind die
unzähligen Bohrinseln. Wenn man aufs Meer schaut sieht dutzende wenn nicht
gar hunderte. Die meisten sind zwar nur klein und nicht mit den großen in
der Nordsee zu vergleichen. Aber trotzdem ist der Anblick ganz schön
abgefahren.
Ein Tag später waren wir in New Orleans. Auf der Hin tour hatte ich nichts
mit dem 10 Stunden einlaufen zu tun, außer, dass ich gegen 0600 auf Station
musste. Also kein großes Ding. Den Tag habe ich noch normal gearbeitet. In
der Erwartung, dass wir über Nacht wieder auslaufen und ich auf die Brücke
sollte habe ich aber früher Feierabend gemacht und mich schlafen gelegt.
Als ich wieder aufgewacht bin habe ich eine der besten Nachrichten dieser
Reise gehört. Der Kapitän hat es so gedreht, dass wir erst am nächsten
Morgen auslaufen sollten. Sprich wir hatten eine komplette Freitagnacht in
New Orleans.
Getrübt wurde der Landgang von der Tatsache; dass der Koch ins Krankenhaus
musste. Es wurden irgendwelche Untersuchungen gemacht, nach denen er einen
Tag beobachtet werden musste. Er musste und letztendlich nach Charleston
nachfliegen. Einen Hafenarbeiter ist dann noch ein Twistlock auf die
Schulter gefallen, woraufhin der auch weggetragen werden musste.
Na ja, mit der Seemannsmission sind wir in die Stadt gefahren, sind dort in
einigen Bars gewesen und haben uns prächtig amüsiert. Ich habe dort auch
noch zwei Kollegen von einem anderen Schiff getroffen, die allerdings
gleich wieder zum Schiff wollten. Damit die beiden sich das Taxi sparen
konnten habe ich sie dort hin gebracht, wo der Seemannspastor ein paar
Crewmitglieder abholen wollten, die schon früher wieder zurück aus Schiff
wollten. Da es aber schon 2300 war und ich am nächsten Tag 1. Früh raus
musste und 2. wirklich fit sein musste habe ich mich dazu entschlossen auch
mitzufahren.
Leider wurde ich von unserem Schiffsmechaniker getrennt, der schon total
besoffen sich eigentlich bloß Zigaretten kaufen wollte. Weil ich ihm nicht
zugetraut habe, dass er alleine zurück zum Hafen und zum Schiff findet, bin
ich wieder aus dem Bus ausgestiegen und habe mich mit meinem Azubi-Kollegen
auf die Suche gemacht. Wie sich herausgestellt hat hätte er wirklich nicht
zurück gefunden. Ziemlich aufgelöst, total betrunken aber mit einem 3 Liter
Bier in der Hand lief er uns dann auf der Hauptpartystraße entgegen,
Heilfroh, dass er uns gefunden hat. Wenn man dann eh schon mal da ist
wollte ich dann eigentlich noch etwas bleiben. Aber der SM wurde dann etwas
aggressiv gegenüber anderen Passanten weswegen wir ihn ins Taxi gezerrt
haben und zurück gefahren sind. Ich habe den SM dazu überreden können die
Leute auf der Straße auf deutsch voll zu pöbeln. Es war trotzdem schon gut
spät als ich endlich im Bett war.
Beim Auslaufen war ich auf der Brücke. Mit dem Kapitän kann man sich so
ganz unterhalten. Er lässt einen oben auch relativ viel machen. So durfte
ich zum Beispiel die Maschine fahren. Das ist zwar nichts Welt bewegendes,
nur ein Hebel den man entsprechend legen muss für mich war es jedoch das
erste mal und eine Erfahrung mehr.
Da in den Appalachen Schneeschmelze ist, hat der Mississippi zurzeit eine
ziemlich heftige Strömung. Darum sind wir mit guten 20 Knoten den Fluss
runter gefahren und waren nach 6 Stunden schon wieder auf offener See. Es
war das erste mal, dass wir auf dieser Reise so schnell gefahren sind.
Charleston war dagegen fast ruhig. Ich war nochmal an Land und habe noch
etwas Geld bei Wal Mart ausgegeben. Später war ich noch in der Stadt. Die
Stadt selber ist ganz nett und gehört zu einer der Geschichtsträchtigsten
in den USA, was ja nicht sonderlich schwer ist. Am 12. April 1861 begann
hier mit dem Beschuss von Fort Sumter der Amerikanische Bürgerkrieg. Davon
habe ich jetzt nicht so viel gesehen. Es gab viele Galerien und einen ganz
netten Park. Wie auch immer. Der Koch ist heil wieder bei uns angekommen,
was ganz gut ist weil der Steward ein miserabler Koch ist. Der richtige
verwöhnt uns dafür richtig zur Zeit.
Wir haben jetzt auch eine neue Karaoke Maschine, die der totale Renner ist.
Es ist praktisch nur ein Mikro, in dem aber über 5.000 Lieder
einprogrammiert sind. Alle zwei Tage ist deshalb Karaoke Party angesagt.
Ansonsten bin ich seit einer knappen Woche wieder auf See und erfreue mich
der Blödheit meiner vorgesetzten. Ein paar Dinge sind jetzt noch bis
Bremerhaven zu tun. Ich hoffe, dass ich die auch machen darf, obwohl mir
das mittlerweile fast egal ist. Vor allem weil es keine 10 Tage mehr bis
nach Hause sind.
Ich genieße also den vorletzten Sonntag an Bord und das bei richtig gutem
Wetter.
Also einen schönen Sonntag noch
Franz

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