Mittwoch, 27. Februar 2008

Franz am Golf von Mexico zum II.



25.02.2008 Golf von Mexiko
Ich habe die lange Atlantiküberquerung endlich hinter mir. Sprich das
Wetter ist jetzt richtig gut und man kann mal wieder Land sehen.
Es wird auch wirklich Zeit, dass es mal wieder ein bisschen Abwechslung
gibt. Vor allem weil die Arbeit zurzeit echt bescheiden ist. Da sind so
tolle Sachen wie Wasserpfützen aus der Bilge aufwischen.


Die Bilge ist quasi das niedrigste Deck in dem die ganzen Rohrleitungen verlaufen. Da
drin verteilt sind dann Brunnen aus denen man Wasser abpumpen kann. Kurz
gesagt es ist eine total hirnrissige Arbeit. Unangenehm ist es auch.
Das Highlight war es eine Verstopfung in einem Abflussrohr zu beseitigen.
Letztendlich habe ich dafür drei Tage gebraucht und bin in zwei
verschiedenen Ballastwassertanks rumgewartet. Um an die Verstopfung
ranzukommen musste ich ein Rohr abbauen. Da die Schrauben aber total
vergammelt waren hat sich die Angelegenheit etwas schwieriger gestaltet.
Das Rohr ab zu kriegen ging nur mit schweren gerät. Sprich Säge, Flex,
Bohrmaschine und großem Hammer. Netterweise habe ich das Rohr am Ende
nicht mehr dicht bekommen. Also habe ich unsere Stores geplündert und die
Flansche mit Plastik-Stahl, Silikon und Flüssigdichtung dicht gepfuscht.
Na ja es muss ja nur noch vier Wochen halten. Dann bin ich weg und im
Zweifelsfalle hat jemand anderes das Problem.



Mein Kollege muss auf Wusch des Kapitäns jetzt immer an Deck arbeiten.
Sprich Deck waschen, entrosten und malen. Also alles Sachen die mal gar
keinen Spaß machen. Ich hoffe mir bleibt das erspart. Ich hoffe es vor
allem für die Maschine. Gewisse Anlagen kenne ich hier mittlerweile ganz
gut. Auf jeden Fall besser als unsere neuen Ingenieure, denen man bei
gewissen Sachen wirklich über die Finger schauen muss, damit es keine
Katastrophe gibt. Einen Kompressor habe ich schon gerettet. Den wollte der
Ing. ohne Dichtungen zusammen bauen. Das hätte ein Ventil geschrotet, das
mal eben 3.000€ kostet.
So gesehen macht es zurzeit wirklich keinen Spaß. Aber wie gesagt. Das
Wetter ist mittlerweile richtig gut und wir hatten einen Freitag in
Veracruz Mexiko.




Das war beim letzten Mal schon ein absolut genialer
Landgang.
Da ich Aufgrund einiger kleinerer Katastrophen relativ oft auch noch nach
dem Feierabend arbeiten musste hatte ich eine ganze Menge Überstunden
angesammelt. Und da Azubis nicht mehr als 60 Stunden die Woche arbeiten
dürfen konnte ich zum Ausgleich gleich mittags an Land. Wie beim letzten
Mal bin ich erstmal mit dem Taxi zum Strand gefahren und habe dort den
Nachmittag verbracht. Sehr entspannend. Zum Abend ging es dann zur Plaza.
Ich war dort mit einigen anderen Crewmitgliedern und ein paar Mädels
verabredet, die wir noch vom letzen mal kannten.





In einem Restaurant haben wir dann Enchiladas gegessen, dem bunten Treiben
zugeschaut und der Musik gelauscht. Irgendwann sind auch die ganzen Leute
eingetrudelt. Irgendwann gegen 2200 Uhr wollten die drei Mädels noch
weiterziehen. Der Schiffsmechaniker, der Koch und wir zwei Azubis sind
dann noch mit denen mitgefahren. Das war so eine Art Tanzbar. Der Koch
wollte sich dort eigentlich auch noch mit einer bekannten treffen, die ist
letzten Endes aber nicht aufgetaucht. Dafür kam noch eine Cousine von
einer der dreien vorbei.





Jedenfalls das Coronna floss reichlich, wir hatten ne Menge Spaß obwohl
die Kommunikation mit den Mädels teilweise schwierig war. Da bei uns nur
der Koch Spanisch spricht und deren Englisch eher mangelhaft war.
Jedenfalls um die Geschichte abzukürzen. Koch und Schiffsmechaniker wollte
gegen Mitternacht, los weil sie den letzten Bus zum Schiff kriegen
wollten. Wir Azubis sind dann noch mit den drei Mädels weiter gezogen.
Irgendwie sind wir dann in einer ziemlich billigen Absteige gelandet.

Da kein Bus mehr gefahren ist hatten wir als wir gegen 0200 Uhr im Hafen
angekommen sind noch einen 40 Minütigen Fußmarsch vor uns. Extrem fertig
bin ich auf mein Bett gefallen und noch bevor ich aufgeschlagen bin war
ich eingeschlafen.
Weil alles andere Langweilig wäre hat eine Stunde später das Telefon
geklingelt. Nach dem reichlichem Alkoholkonsum und dem quasi nicht
vorhandenen Schlaf habe ich mich nach vorne auf Station geschleppt. Ich
bin die Festmacherwinden gefahren. Also nichts Dramatisches. Aber der
Agent hatte irgendwelche Papiere vergessen weshalb wir noch mal ne Stunde
warten mussten. In der Zeit habe ich versucht einen Cappuccino zu trinken.
Aber mein Magen hat das definitiv für eine Schlechte Idee gehalten.


Irgendwann waren wir dann auch los und die Zeit in der wir gedreht haben
und die Schlepper losgemacht wurden hab ich nochmal schön geschlummert.
Als wir endlich fertig waren war es auch schon fast wieder Frühstückszeit.
Der Rest des Arbeitstages war eine ziemliche Qual. Die Hälfte der Crew hat
auch stumpf erst um 1000 Uhr angefangen zu arbeiten. Ich habe dafür schon
nach dem Mittag aufgehört. Zum ausruhen habe ich mir dann meine frisch
gekaufte Hängematte an Deck fest gebenzelt und mich draußen hingelegt..
Jetzt habe ich zwar einen leichten Sonnenbrand aber das Leben ist halt
nicht perfekt.





Das total lustige im Nachhinein war, dass ich quasi keine Gelegenheit
hatte jemanden an Bord von meinen Eskapaden zu erzählen. Trotzdem wusste
es zum Auslaufen quasi schon jeder. Was vielleicht auch an dem dicken
Knutschfleck am Hals liegen könnte. Es ist schwer zu beschreiben. Aber die
gesamte Crew hat sich total gefreut, fast so als wären sie selber am Abend
weggewesen. Von den meisten kamen irgendwelche Sprüche. Vor allem der Koch, der ja den ganzen Abend relativ nüchtern geblieben ist wusste einige Dinge zu erzählen, die vor
allem mir schon wieder entfallen waren.
Es ist vielleicht schwer zu glauben. Aber so ein Landgang wie in Veracruz
entschädigt wirklich für zwei Wochen scheiß Arbeit.
Das ein und auslaufen in Altamira war dagegen eher ruhig. Außer, dass wir
erst später einlaufen Konten und deswegen auch etwas länger geblieben
sind. Mexiko ist halt ein etwas chaotisches Land. Aber ich liebe es. Vor
allem weil man hier viele behördliche Dinge mit wenigen Stangen Zigaretten
sehr unkompliziert lösen kann.
Schön ist auch, dass Leute sich nicht durch Arbeit aus der Ruhe bringen
lassen. Als ich Am Freitagmittag durch den Hafen gefahren bin hat man kaum
jemanden arbeiten gesehen. Höchstens ein paar Wachleute, die gelangweilt
rumgestanden haben oder einen Arbeiter, der lustlos mit einem
Wasserschlauch ein Auto gewaschen hat. In der Stadt haben sich fünf
Bauarbeiter um ein bisschen Gehweg gekümmert, der wohl neu gepflastert
werden sollte. Gearbeitet hat aber auch nur einer. Die Hafenarbeiter haben
auch öfter im Schatten gesessen und Karten gespielt als Container
gelascht.
Arbeitstechnisch ging die Woche mal wieder richtig klasse los. Ich sollte
Schraubenschlüssel anmalen, damit man erkennt, in welche Werkstatt sie
gehören. Man muss dabei beachtet, dass immer noch viele wichtige Arbeiten
anstehen. Mir Egal, ich muss mich nicht dafür verantworten, wenn es
Probleme gibt. Morgen geht es erstmal wieder nach Houston. Mal sehen, was
sich unsere furchtlosen Führer da einfallen lassen.
Also in diesem Sinne wünsche ich allen eine bessere Woche als sie mir
bevorsteht.
Franz

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