1. Mai 2007, Savannah
Einen wunderschönen 1. Mai. Es ist seit meinen letzten Zeilen einiges passiert, was niederzuschreiben sich lohnt.
Nach dem Auslaufen aus Rotterdam vor 1,5 Wochen bin ich erst einmal durch den Atlantik gebraust, über den ein riesiges Tiefdruck gebiet sein Unwesen getrieben hat. Dieses hat uns auch ganz schön durchgeschüttelt. Es war hier auch ziemlich kalt, was vor allem am starken Wind gelegen hat. arbeitstechnisch hat sich in dieser Zeit nicht viel getan. Ich habe mich mit kleinen Jobs von Pause zu Pause gehangelt, was aber nicht richtig befriedigend war. Aber irgendwie verging die Zeit doch recht schnell. Am vergangenen Mittwoch sind wir dann auch schon in Halifax, Kanada angekommen. Das liegt so auf einer Höhe mit Südfrankreich. Aber von mediterranen Temperaturen kann keine Rede gewesen sein. Es war A.... Kalt. Rein war ich auf der Brücke. In Halifax sah es aus, wie es in Kanada auszusehen hat. Erst viele Bäume und ganz wenige Häuser, plötzlich dann ein Stadtartiges Gebilde, das dann wieder in viele Bäume und wenig Häuser überging. Den Abend konnte dann ich im angenehm warmen Maschinenraum verbringen. Aber zum Auslaufen musste ich zum Los machen auf Station. Denn unsrer Schiffsmechaniker hat es verpasst seinen Reisepass verlängern zu lassen, so dass er mit ungültigem Pass unterwegs war. In Kanada ist das noch kein großes Problem aber in den USA, China, Japan schon eher. Also ist er mal eben von Halifax aus nach Deutschland
zurück geflogen um einen vorläufigen Pass zu beantragen. Jedenfalls habe ich mir auf der Achterstation beim Auslaufen den Hintern abgefroren. Wie dem auch sei. Freitagmittag sind wir auch schon in Ney York eingelaufen. Wobei das Terminal eher in Ney Jersey war. Ich hatte ja gehofft ein paar coole Fotos machen zu können. Aber die Sicht war bescheiden. Es hat geregnet und nach dem Festmachen war ich klatschnass und durchgefroren. Aber ich konnte mich schnell wieder aufwärmen denn nach dem Einlaufen gab es in der Maschine noch zahlreiche arbeiten zu erledigen, die so auch Spaß gemacht haben. Gut Filter und Kühler
reinigen hört sich jetzt nicht zu interessant an. Aber egal. Ich habe meinen Ausbildungsbeauftragten glücklicherweise überreden können nach dem Abendessen an Land gehen zu dürfen. Der Terminal ist leider etwas abseits gelegen. Nach einem strammen Fußmarsch von ca. 25 Minuten durch ein recht wildes Industriegebiet bin ich auf schleichfaden zu einer Tramstation gekommen. Von dort fährt man ne gute halbe Stunde bis zu einem Bahnhof, wo man via U-Bahn direkt ins Herz von Manhattan gelangt. Alles in allem war ich 1,5 Stunden unterwegs. Der Weg von der Bahnstation ins freie verlief auch nur über Umwege durch ein Shopping Centre. Endlich aus der Mall raus gekommen wurde ich von unzähligen Polizeisirenen geblendet. Eine Riesige Karawane von Polizeifahrzeugen schlängelte sich durch den dichten Verkehr. Ich habe mir später sagen lassen, dass das normal ist. Als sich meine Augen an die Lichterwelt gewöhnt hatten habe ich mich einen Block weiter zum Madison Square Garden aufgemacht wo ich eigentlich eine Freundin treffen wollte. Vorerst bin ich aber noch meinem Cousin begegnet, der mit seiner Frau in NY Urlaub macht. Na ja mit meiner Bekannten bin ich dann noch durch das nächtliche Manhattan gezogen. Es war irre viel los. Tausende Menschen auf den Bürgersteigen und Straßen. Ursprünglich wollten wir noch auf das Empire State Building aber davon haben wir wegen schlechter Sicht abgesehen. Also haben wir in einem Restaurant, an einem Tisch wo man eigentlich nur sitzen darf wenn man etwas isst, was getrunken. Leider hatten wir beide jeweils einen letzten Zug zu erwischen. Also blieb nur noch 1,5 Stunden zurück zum Schiff zu fahren/ laufen. Ziemlich Müde bin ich eingeschlafen und zwei Stunden später zum auslaufen wieder geweckt worden. Beim raus fahren konnte ich in der Ferne sogar die beleuchtete Freiheitsstatue und einen Zipfel von Manhattan sehen. Ich hoffe, wenn ich in zwei Monaten wieder hier bin, dass die Sicht dann besser ist. Samstag durfte ich mal alles überprüfen, was ich hoffentlich nie im Ernstfall benutzen werde. Also Rettungsboot und Not Feuerlöschpumpen usw. Glücklicherweise hat der ganze Kram wie gewollt funktioniert.
An einem sehr schönen Sonntagmorgen sind wir mit dem Sonnenaufgang in Norfolk
rein gefahren. Norfolk ist ein riesiger Militärhafen. Dort liegen drei Flugzeugträger und massenhaft kleinerer Navy Schiffe. Nach etwas sonntäglicher Arbeit bin ich dann mit drei Philipinos zu einem Gewerbegebiet gefahren. Stadtmäßig soll es in Norfolk nicht allzu viel geben. Aber wir waren bei Wal Mart. Die Philipinos haben eingekauft bis die Taschen voll waren. Von tragbaren DVD Spielern über Laptops bis hin zu Nahrungsmitteln. Irgendwann habe ich mir einen Park gesucht, den ich entgegen meiner Erwartung auch gefunden habe. Na ja Park ist übertrieben, Wiese mit ein paar Bäumen ist zu treffender. Meinen Ansprüchen,
um sich dort eine Stunde in die Sonne zu legen, hat er aber vollkommen genügt. Am Nachmittag sind wir auch schon wieder aus Norfolk abgehaune. Den Abend habe ich mir mit ein paar Filmen verbracht und wieder war eine Woche rum. Heute am 1. Mai liegen wir in Savannah. Hier ist es schon wieder ganz schön warm. Mal sehen, ich denke ich werde nachher noch in die Stadt fahren. Heute Abend soll auch der Schiffsmechaniker wiederkommen. Mals sehen ob er es rechtzeitig schafft.
Also dann noch einen schönen 1. Mai.´07
Franz