Montag, 11. Juni 2007

Neuigkeiten von Franz

10. April. Im Pazifik

Einen schönen Sonntag-Nachmittag. Etwa 1,5 Wochen sind vergangen seit dem ich das letzte Mal geschrieben habe, aber es kommt mir wie eine Ewigkeit vor obwohl die Zeit schnell vergangen ist.
Beim letzten Mal bin ich gerade aus Japan raus und Richtung Taiwan gefahren. Da das ja alles recht nah bei einander ist, waren wir auch schnell da. Kao Shiung liegt am südlichen Zipfel Taiwans und hat einen ziemlich großer Hafen. Durch eine kleine Öffnung in einem Wellenbrecher kommt man in eine Art langen Kanal. An diesem Kanal stehen zu beiden Seiten die Containerbrücken. Es können da eine ganze Menge Schiffe gleichzeitig liegen, die aber alle durch den schmalen Eingang rein und raus müssen. Dazu kommt, dass auf der Seeseite viele Schiffe auf Reede liegen. Hinzukommen noch die ganzen kleinen Fischerboote. Die ganze Chose ist also sehr Eng. In unserem Fall kam dazu dass wir am späten Abend ein und am frühen morgen ausgelaufen sind. Zwischendurch haben wir noch Ausrüstung bekommen (Endlich). Also Dreikreuze als wir aus Taiwan wieder raus waren. Von der Stadt hat man nicht viel gesehen außer einem großen Lichtermeer, das auf viele Hochhäuser und Industrieanlagen schließen lässt.
Leider ging der Stress jetzt erst richtig los. Denn die Hydraulik am Maschinenraumdeckel war kaputt. Also mussten wir den notdürftig während der
kurzen reise nach China reparieren. Zu einer gemäßigten Abendzeit sind wir in Yantian, dass ist um die Ecke von Hong Kong, eingelaufen. Dass war auch ne ganz
schöne Angelegenheit. Denn wir konnten die Lotsen mit unserer Funkanlage irgendwie nicht erreichen. Wir wussten nur, wann der Lotse an einer bestimmten
Tonne an Bord kommen sollte. Also sind wir Vorsichtig zu dieser Tonne gefahren. Das Problem war, dass gleichzeitig mit uns auch einer einlaufen wollte. Zu allem
Überfluss ist auch noch einer aus dem Hafen raus gekommen. Das Fahrtwasser ist
zwar relativ breit aber für drei große Schiffe reicht es eben auch nicht. Wir sind dann wieder etwas zurück gefahren, was natürlich auch nicht ganz einfach ist. Der Lotse kam dann doch und hat sich beschwert, dass wir nicht zu erreichen waren. Was genau nun das Problem war, weiß niemand. In Yantian bin ich wieder mit Ladungswache gegangen. Wenn Normalerweise drei Containerbrücken gleichzeitig arbeiten waren es in Yantian sieben. Womit am gesamten Schiff herumgerissen wurde. Diese Ladungswache war wirklich stressig, wobei es auch geregnet hat und es viel zu warm war. An der Pier ging es zu wie auf einer Autobahn. Eine Masse aus Lastern die Container von und zu den Schiffen gebracht hat. In Yantian haben wir Proviant bekommen. Leider hat eine Containerbrücke dort gearbeitet wo wir mit unserem Kran eigentlich die Verpflegung empfangen wollten. Da der Liefermann keine Lust hatte zu warten hat er ein paar Hafenarbeiter bestochen, die die Vorräte zu Fuß in unsere Provianträume gebracht haben. Für uns war der Job damit ziemlich einfach, weil wir nur aufpassen mussten, dass sich nirgendwo Chinesen verstecken. Später als der Kran auch wieder zugänglich war haben wir unsren Müll noch an Land gegeben. Es ist schon ziemlich irre, was in sechs Wochen an Müll zusammen kommt. Was mit dem Müll in China passiert möchte ich lieber nicht wissen. Wir trennen zwar Papier von Grünen Punkt Müll aber hier kommt das erstmal zusammen mit unseren Öligen Lappen auf einen Laster. Ich kann nicht sagen ob die Chinesen das Zeug noch mal trennen.
Treibstoff haben wir in Yantian auch noch gebunkert. Es war also ganz schön Bunt. Ich hatte auch nicht die Chance an land zu gehen wobei das in Yantian nun wirklich nicht schade ist. Hier gibt es ein paar Geschäfte wo man gefakten Kram bekommt. Hinzu kommen noch ein paar „Friseur“ und „Massage“ Salons. Am Nachmittag ging es dann raus, einmal um die Ecke nach Hong Kong. Als wir gerade von der Pier weg sind hat man dann auch ganz gut den ganzen Müll gesehen, denn die chinesischen Arbeiter so während unserer Liegezeit ins Wasser geworfen haben. Das war ne ganze Menge und hauptsächlich irgendwelcher Plastikmist. Als wir in Hong Kong eingelaufen sind war es auch wieder Dunkel. Ich muss wirklich sagen dass mir die Kulisse des nächtlichen Hong Kongs immer wieder beeindruckt. Das ist wirklich eine gewaltige Stadt. Ursprünglich wollte ich zum Nachtmarkt um ein paar Sachen einzukaufen aber der hatte schon zu als ich von Bord gekonnt hätte. In Hong Kong stand auch noch mehr an als in den Häfen zuvor an. Zu erst wechselt hier die philippinische Besatzung. Dann hatten wir eine kleine Leckage an einem Rohr, das direkt nach Außenbords führt. Es sind Taucher gekommen, die Das Rohr von außen verstopft haben, so dass wir das Rohr austauschen konnten. Es war für alle beteiligten eine lange Nacht. Am nächsten Tag mussten wir dann noch 14 Tonen Aluminium Anoden auf dem Schiff verstauen. Die sind für unsere Ballastwassertanks. Die werden in den Tanks angeschweißt und dann sollen die Anoden anstatt der Tankwende korrodieren. Eine ganz tolle Angelegenheit. Zumal wir selber in die Tanks müssen um die Dinger fest zu schweißen.
Als wir endlich ausgelaufen sind war es Glücklicherweise Samstag, so dass wir ein Wochenende zum erholen hatten. Wobei wir fast noch eine Fähre platt gemacht
hätten. Wir sind noch mit Lotsen an Bord aus der bucht raus als vor uns eine Katamaran-Schnell-Fähre vorüber braust. Nichts Ungewöhnliches. Dieser Fähre hat
aber Müll die Seekästen verstopft. Somit ist die Kühlung für den Motor und somit auch der Motor ausgefallen. Wäre das wenige Sekunden früher passiert hätten wir
jetzt ein paar Kratzer am Rumpf und Hong Kong hätte eine Schnellfähre und ca.
300 Menschen weniger.
Wir haben uns dann mit dem Lotsen auch noch kurz über das Müllproblem in Hong
Kong unterhalten. Hong Kong macht sehr viel für die Umwelt, zum Beispiel installieren sie gerade Windräder usw. Aber die Chinesischen Touristen, die zu
Tausenden jeden Tag in die Stadt strömen haben ihr Umwelt Bewusstsein noch nicht so weit entwickelt. Als letzte Etappe dieser Reise standen noch drei Häfen in Japan auf dem Programm. Also drei tage hintereinander ca. 0500 Uhr einlaufen und ca. 1700 Uhr auslaufen. Im ersten Hafen Kobe bin ich mit dem dritten Offizier an Land gekommen. Wir waren quasi auf der künstlichen Insel, wo auch das Terminal liegt. Die Japaner haben da eine kleine künstliche aber durchaus ganz nette Welt geschaffen. Die Stadt war zwar sehr überschaubar und ruhig. Aber es gab viele Grünflächen, Kleine Zierkanäle mit Springbrunnen zogen sich durch die ganze Stadt. Das Zentrum wurde von den Kanälen einmal umschlossen so dass sich eine künstliche Insel bildet, die auf einer großen aufgeschütteten Insel liegt. Da wir an dem Tag gutes Wetter hatten war es ein wirklich netter Spaziergang. Allerdings hatten wir keine Yen was unseren Handlungsspielraum etwas eingeschränkt hat. Viel zum Geld ausgeben gab es ohnehin nicht. Und Starbucks akzeptiert ja auch Kreditkarte. Am vergangen Donnerstag waren wir im letzten Hafen unserer Asienrundfahrt: Tokio. Der Hafen ist zwar etwas weiter weg von der Innenstadt aber die Skyline konnte man ganz gut erkennen. Auf die Entfernung war das nichts Besonderes aber angesehen hätte ich mir die Stadt trotzdem mal gerne. Der Agent hätte mich vielleicht sogar mit in die Stadt nehmen können aber wir hatten eine Verstopfung in einer unser Abwasserleitungen, womit das ganze Toilettensystem außer Gefecht gesetzt war. Das war an dem Tag dann wichtiger. Also Scheiße Rohre
Auseinderbauen und erstmal schauen wo die Verstopfung überhaupt sitzt. Irgendwann ging das System wenigstens auf der Steuerbordseite wieder, so dass
wir uns am nächsten Tag in aller Ruhe die Backbord Leitungen vorgenommen. aben
Zum Mittag also zum genau richtigen Zeitpunkt funktionierten die Klos dann auch
wieder. Jetzt kehrt endlich wieder Ruhe ein. Wobei es noch so einige Jobs gibt. Diverse Pumpen müssen noch überholt werden. 14 Tonnen Aluminium Anoden müssen in den Tanks angeschweißt werden und ein Riss in der Bordwand muss geflickt werden. Dieser Riss ist an einem Schweröltank, der Glücklicherweise leer ist. Jetzt muss der aber über die nächsten Tage erstmal gelüftet werden. Anschließend wird er in sechs Stunden Schichten Tag und Nacht gereinigt. Um ihn dann Provisorisch zu flicken. Das werden noch mal ein paar anstrengende Tage. Zum Schluss: Ursprünglich sollten wir das Datum am Sonntag stellen. Wir hätten quasi zwei Sonntage gehabt. Aber der Chief wollte das nicht, was ich angesichts einer Aktion wie dem Ausbessern des Schweröltanks etwas unklar finde. Wenigstens stellen wir die Stunde vor während er Arbeitszeit und nicht Nachts.

In diesem Sinne eine schöne Woche
Grüße

Franz

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