Freitag, 22. Juni 2007

Franz kreuzt an der us-amerikanischen Küste

20. Juni and Westküste USA

Einen schönen Dienstagabend.
Nach einem sehr anstrengenden Montag freue ich mich nun auf eine ruhige Woche,
an deren Ende gegrillt wird.
Nach dem ich aus Asien weg bin, sah es ja nicht so rosig aus. Einige große Arbeiten standen an, das Wetter sollte schlecht werden.
Aber es war alles nur halb so schlimm. Es war zwar fast die gesamte Pazifiküberquerung sehr nebelig, aber ansonsten war sehr ruhige See. Wir hatten nicht ein mal schweres Wetter.
Dann hatten wir ja einen Riss in der Bordwand. Die Reparatur war auch weniger dramatisch. Um den Riss schweißen zu können mussten wir in einen Schweröltank. Dieser wurde natürlich erst einmal komplett gelehrt. Nachdem wir dann drei Tage und drei Nächte gelüftet hatten, sollte am vergangenen Montag (Aufgrund der Datumsgrenze hatten wir zwei Montage) der Tank gesichtet werden. Ein Kollege ist mit Pressluftatmer und Gastestgeräten bewaffnet in den Tank geklettert.
Die Luft im Tank war einwandfrei, so dass die Ingenieure den Tank gründlich auf beulen und Risse untersucht haben. In einem Querstreben gab es eine große Beule und in der Bordwand haben wir von innen auch unseren Riss gefunden. Also haben wir am zweiten vergangenen Montag eine Stellage gebaut und damit begonnen den Riss zu schweißen. Mein Job bei der gesamten Angelegenheit war nun relativ simple. Ich habe am Tankdeckel gewartet und geschaut, dass es den Arbeitern im Tank gut geht. Das einzig negative war der sehr penetrante Ruß Geruch, der trotz waschen noch einige Tage in den Haaren und den Klamotten haftete. Den ganzen Tag da rum zustehen, ist zwar nicht spannend, aber ich habe mir die Arbeit mit Spleißen vertrieben. Aber anders als Ursprünglich erwartet hat die ganze Reparatur nur einen Tag gedauert.
Den Rest der Woche habe ich einen Tisch gebaut. Also ein bisl rumschweißen, sägen und bohren. Also ein ganz cooler Job. Am vergangenen Freitag sind wir dann in Seattle angekommen. Die vier Stunden lange Einfahrt war interessant. Eine tolle Landschaft: Wälder, Berge mit Schnee, war schon nicht schlecht.
Was das wirklich Gute war, war das man hier sehr gut seine exakte Position ohne GPS und Radar bestimmen kann. Ich konnte die ganze Zeit Objekte an Land peilen, um die Schiffsposition zu bestimmen. Also Navigation, wie sie bis vor wenigen Jahrzehnten noch üblich war.
Den Lotsen, den wir während der Einfahrt hatten, war ein typische dicker Dorf-Ami.
Leider kann man sich Lotsen nicht aussuchen.
Pünktlich zum Kaffee waren wir fest. Ich habe mich dann sofort vom Agenten mit in die Stadt nehmen lassen, was nur 10 Minuten mit dem Auto sind. Dort bin ich erst einmal etwas herumgelaufen. Die Space Needle ist ein relativ bekanntes Gebäude. Ein Turm, der an der Spitze ein Untertassenähnliche Panaoramaplattform hat. Um hochzufahren, hat mir die Lust gefehlt. Ansonsten ist Seattle ne unspektakuläre, ganz nette Stadt. Nach meinem Stadtrundgang war ich im Zentrum noch etwas einkaufen, aber nachdem die meisten Geschäfte geschlossen hatten und es nichts mehr interessantes zum sehen gab, habe ich mich auf die Suche nach dem Nachtleben von Seattle gemacht. Erste Station war ein großer Buchladen, der komischerweise noch auf hatte und sehr gut besucht war. Auf der Suche nach Geburtstagsgeschenken für die Familie habe ich mich dort etwas aufgehalten. Mit dem guten Gewissen etwas gefunden zu haben bin ich dann auf die Suche nach einer netten Bar gegangen. In der nähe des Buchladens gab es so einiges. Gegangen bin ich in ein Lokal, was von sich selber behauptet das älteste Restaurant Seattles zu sein. Drinnen war es auch ganz gut. Die hatten eine ziemlich gute Lifeband. Leider kann man amerikanisches Bier überhaupt nicht trinken. Als ich keine Lust mehr auf die Band hatte bin ich weiter gezogen. Bei Herausgehen, meinte der Türsteher noch zu mir, dass ein paar Leute, welche die selben Ausweise haben wie ich vor kurzem die Straße runter in eine andere Bar sind.
Man muss zwei Sachen dazu sagen.
In den USA wird der Reisepass gegen einen Landgangspass getauscht. Zu dem Landgangspass braucht man aber noch eine Schiffs ID. Und ich war alleine Unterwegs und es hätte mich sehr gefreut ein paar Kumpels zu sehen.
Ich bin dann also die Straße runter, habe zwei Leute gesehen, die wie Kumpels aussahen, es aber nicht waren. Nach etwas nachdenken wurde mir auch klar dass derzeit kein anderes Schiff auch nur in der nähe von Seattle ist.
Nach dem Schuhe putzen (ein Service den ein netter Ami auf der Straße angeboten hat)
Habe ich mir einen Club empfehlen lassen. Ich bin also da rein, wurde aber relativ unfreundlich von der Security empfangen. Bis auf ein paar Damen, die auf dem Tresen getanzt haben, war der Laden auch nicht der Brüller. Da man hier auch nur schlechtes amerikanisches Bier hatte, was dazu in leeren Einmachgläsern serviert wurde, bin ich schon sehr bald mit einem Taxi zurück zum Hafen gefahren.
Nach netten Gesprächen mit dem Taxifahrer, dem Gate Sicherheitsmann und dem
Hafenbusfahrer, habe ich beschlossen nur noch in Läden zu gehen, wo hautsächlich
Schwarze verkehren. Die haben irgendwie eine wesentlich lockere Lebensart als
ihre weißen Landsmänner. Der Taxifahrer hat mir dabei auch zugestimmt. Weil ich noch keine Lust zum schlafen hatte, habe ich noch etwas mit Freunden und Schwester zu Hause telefoniert.
Irgendwann gegen 03.00 Uhr war ich dann im Bett.
Beim Auslaufen hatten wir wieder einen dieser stereotypischen Amerikaner. Dieses mal den netten Familienvater von nebenan. Schon etwas älter aber trotzdem noch sportlich.
Gegen 14.00 Uhr haben wir den Lotsen abgegeben und ich bin in die Maschine geeilt, um
dem Schiffsmechaniker beim zerlegen eine Schwerölpumpe zu helfen.
Den Sonntag habe ich damit verbracht einen Aufsatz über gefährliche Ladung zu
schreiben. Ein sehr spannendes Thema. Diese Woche hat dann sehr gut angefangen. Montag 04.00 Uhr ging es zum Einlaufen San Francisco los. In der Morgendämmerung ging es in den Hafen rein.
Der Lotse war sehr geil. Geflucht wie die Rohrspatzen vor allem über die Hafenarbeiter.
Wir sind gerade an die Pier gefahren als unsere Leute Achtern die Wurfleine an die Pier geworfen haben. Man könnte jetzt die Wurfleine nehmen und festhalten, damit sie nicht zurück ins Wasser fällt. Dann könnte man auch gleich die Festmacherleinen an Land ziehen. Muss man aber nicht. Die Typen haben lieber gewartet, bis die Wurfleine im Wasser ist und zum zweiten Mal geworfen wird.
Dann mit einer Geschwindigkeit, die gegen 0 Geht, wurde dann ganz gemächlich Leine für Leine am Auto befestigt, an Land gezogen und ganz gemütlich um den Poller gelegt. Man muss dazu sagen, dass die Jungs pro Jahr 120.000 $ verdienen. Ungelogen. Das ist mehr als ein deutscher Kapitän verdient. Die Kranfahrer kriegen für 4 Stunden Arbeit und 4 Stunden Bereitschaftsdienst sogar mehr als 200.000$. Das krasse ist wie gesagt, dass diese Jungs so langsam arbeiten, dass es nicht mehr feierlich ist. Als Schiffsbesatzung kann man
dagegen auch nichts machen. Wenn die beschließen wegzufahren und erst in einer Stunde wiederzukommen bleibt Man diese Zeit vor der Pier liegen. Wenn man die Leute anbrüllt, dass sie gefälligst mal arbeiten, werden die nur noch langsamer. Der Lotse hat die Jungs passend als „professionell Asholes“ bezeichnet. Wären wir pünktlich um 18.00 Uhr ausgelaufen wäre das zu einfach. Wir hatten zuviel Ladung an Bord. Unser Tiefgang wäre zu tief für den Panamakanal gewesen. Also musste Ladung wieder runter. Alles in allem sind wir erst 23.00 Uhr ausgelaufen.
Das ist bitter, wenn man den ganzen Tag bis 19.00 Uhr an einer Schweröl-Pumpe rumgeschraubt hat. Aber der leitende Ingenieur wollte dass die Pumpe noch am Montag wieder läuft. Ist sie auch für volle vier Stunden, bis ein Dirchtring aufgegeben hat.
Dementsprechend kaputt war ich heute Morgen auch.
Heute habe ich mit dem Schiffsmechaniker die Schwerölpumpe mit Ruhe und aller Sorgfalt repariert. Bis jetzt scheint sie noch zu Laufen. Jetzt geht es auf Südkurs nach Panama. Der größte Teil der Reise liegt also schon wieder hinter mir.
So langsam wir es auch ruhiger. Die noch anstehenden Arbeiten werden überschaubarer.. Allerdings gehen mir so manche Leute schon ziemlich auf den Zeiger. Aber es sind ja nur noch vier Wochen.

Also eine schöne Woche noch und schöne Größe

Franz

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