Montag, 18. Juni 2007

Erster Gastbeitrag vom Meyer-Falk (vom 11. Mai 2007)

Seit Sommer 1998 wurde ich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) wegen
„Fluchtgefahr“ in
Isolationshaft gehalten; in den erste Jahren durfte ich die Zelle nur
gefesselt verlassen, Besuche erhielt ich nur im Trennscheibenraum
(Besuchsperson und Gefangener sind durch eine von der Decke bis zum Boden
reichenden Panzerglasscheibe voneinander getrennt).
Essen bekam ich gesondert von der Anstaltsküche durch Beamte geliefert,
damit die als Essensträger eingesetzten Gefangenen mir nichts in die Zelle
schmuggeln konnten. Wöchentlich fanden mehrere Durchsuchungen, verbunden mit
vollständiger Entkleidung statt.

Gegen all diese Maßnahmen und zig andere wehrte ich mich mal mehr, mal
weniger erfolgreich vor Gericht; auf meiner Homepage sind diverse Beispiele
aufgeführt.
In all den Jahren bekam ich von vielen Menschen „draußen“ aufmunternde,
freundliche, aber durchaus auch kritische Briefe. Und obwohl alle Briefe
erst von der Anstalt gelesen wurden, somit eine wirkliche Privatsphäre nie
bestand, gaben die Briefe mir Kraft!
Und dafür danke ich jeder und jedem einzelnen von Euch!

Wenn ich mich mit Beiträgen aus „Zelle 3117“ über den Strafvollzug zu Wort
meldete, bekam ich gelegentlich auf dem Indymedia Forum
(http://de.indymedia.org/openposting/index.shtml)
Bemerkungen zu lesen, wonach es mit der Isohaft nicht weit her sein könne,
wenn ich sogar Internet in der Zelle und zum anderen soviel Kontakte zu
anderen Gefangenen hätte, dass ich über deren Situation berichten könne.

Ich habe weder einen PC zur Verfügung, geschweige denn einen
Internetanschluss: meine Texte werden von FreundInnen „draußen“ abgetippt
und dann via Internet in die Welt gesetzt.
Was die Informationen über Mitgefangene angeht, so schickten diese mir ihre
Unterlagen per
(Haus)Post, sprich sie tüten bspw. Ihren Beschluss in ein Kuvert ein,
notierten meinen Namen ins Empfängerfeld und übergaben den Brief der JVA zur
Weiterleitung an mich. Oder sie klopften an meine Zellentüre, denn mit rufen
kann man durch geschlossene Türen verständigen. Alles keine Zauberei - aber
mühsame Kleinarbeit.

Und ich danke Euch allen die Ihr Texte von mir abtippt (meine Schrift lässt
mitunter zu wünschen übrigJ), sie verbreitet, mir Informationen zukommen
lasst! Danke!

Seit dem 5 Mai 2007 ist meine Haftsituation etwas gelockert; so wird meine
Zelle nunmehr von 6.15 – 6.45 Uhr, 11.00 – 11.45 Uhr und 15.00 – 16.45 Uhr
werktags geöffnet (Wochenendes sind es ein paar Stunden mehr), so dass ich
mich im Hafthaus frei bewegen, andere Gefangene treffen kann. Einige
Besuchbeschränkungen (Trennscheibe) wurden ebenfalls aufgehoben.

Wie kam es dazu?
Am 02. Mai 2007 hatte ich ein ca. 10 Minuten dauerndes Gespräch mit der
Zuständigen Abteilungsjuristin. Sie wollte wissen wie ich mir das weitere
Vollzugsleben denn so vorstellen würde – und sie frug ob für mich Gespräche
mit ihr denn „Kollaboration mit dem Feind wären“ (denn in den 4,6 Jahren in
denen sie hier arbeitet, war dies „erst“ das zweite Gespräch mit ihr). Nun
wird wohl geprüft ob man eine Tätigkeit als „Schänzer“ (in anderen
Bundesländern Kalfaktor genannt) für mich findet, denn ich hatte deutlich
gemacht, dass eine Tätigkeit in einem (Unternehmer)Anstaltsbetrieb nicht
akzeptabel sei, da dies für mein Verständnis Zwangsarbeit darstelle. Auch
eine Ausbildung ohne direkten Bezug zu einem Betrieb wäre zu prüfen.

In Zukunft werde ich eher noch mehr aus dem Strafvollzug berichten können
als bisher
(aber keine Angst, ich werde an mir halten J), denn im Angesicht des Elends
auch hinter deutschen Gefängnismauern tut Öffentlichkeit Not. Wir leben eben
nicht in einem Hotelvollzug!
Noch ein Wort an jene die sich fragen, wie zuverlässig denn die
Informationen sind welche ich verbreite: persönliche Berichte von Gefangenen
sind als solche gekennzeichnet und ansonsten schreibe ich in der Regel über
Vorfälle zu denen mir schriftliche Unterlagen vorliegen, die ich also selbst
gelesen habe. Mit dem bloßen kolportieren von Gerüchten und Mutmaßungen ist
nämlich Gefangenen nicht gedient.

Und so hoffe ich auch weiterhin auf aufgeschlossene, geneigte Ohren zu
treffen, wenn ich von mir hören lasse – denn selbst bei Berücksichtigung
dessen, was viele derer die hier hinter Gitter sitzen getan haben : es sind
und bleiben Menschen !

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