Donnerstag, 23. November 2006
Dienstag, 21. November 2006
Montag, 20. November 2006, irgendwo im indischen Ozean
Guten Abend oder auch nicht, je nach dem welche Tageszeit gerade bei euch ist.
Die letzten Tage waren sehr arbeitsreich. Am Sonntag lagen wir ja in Singapur.
Das Einlaufen war nachts von Mitternacht bis ein Uhr. Um sechs haben wir
angefangen zu Arbeiten. Wir sollten unseren Steuerbord Scoop reinigen. Ein Scoop
ist ein riesiger Wärmetauscher. Durch ein dickes Rohr fließt Seewasser auf der
einen Seite in den Scoop ein und auf der anderen Seite wieder raus. Der Scoop
selber besteht aus unzählig vielen kleinen Rohren, die von warmen Kühlwasser
umspült werden. Das Problem ist, dass wir ganz viel Kühlwasser kühlen müssen,
demnach viel Seewasser den Scoop durchfließen muss. Dazu sind die Ein- und
Austrittsrohre entsprechend groß. Sie sind kurz gesagt groß genug, dass alles
mögliche Meeresgetier da durch kommt, leider bleiben die an den kleinen Rohren
kleben. Es ist dann eine Azubi Aufgabe, den ganzen Dreck zu entfernen und jedes
einzelne Rohr mit Hochdruckwasser durchzuspülen.
Auch das wäre gar nicht so schlimm wenn man dazu nicht in ein sehr enges,
warmes, feuchtes und stickiges Loch klettern müsste. Das würde ja auch noch
gehen ABER der Duft.
Man stelle sich einen Topf mit Fisch vor, den man mehrere Wochen vor sich hin
köcheln lässt.
Den haben wir also am Sonntag gereinigt und weil's so schön war am Montag
dasselbe Spiel am Backbord Scoop.
Aber der Reihe nach. Nach getaner Arbeit ging es zum verdienten Landgang nach
Singapur. Wir hatten nicht viel Zeit. Also sind wir gleich mit dem Bus in die
Stadt gefahren. Dort angekommen haben wir versucht über das W-Lan von MC Donalds
ins Internet zu gehen. Das hat nicht geklappt also mussten wir ins Internet
Cafe. Wobei das Wort Cafe übertrieben ist. Es waren ein paar Rechner in einem
Einkaufszentrum. Durch selbiges sind wir noch schnell gelaufen. Ich weiß nicht
woran es liegt. Aber bei jedem Landgang wird die einheimische weibliche
Bevölkerung hübscher. Wie auch immer. Jetzt ging erstmal die Suche nach einem
Taxi los. Es hat letztendlich eine halbe Stunde gedauert, bis wir eins gefunden
haben. Unser Fahrer ist durch seinen Bleifuss aufgefallen. Leider wusste er
nicht wo unser Terminal war. Über seine Tefelonzentralentante haben wir dann eine
ungefähre Peilung erhalten. In der Nähe des Hafen sind wir aber noch eine ganze
Weile rumgekreist, bis wir den richtigen Eingang gefunden hatten. Zurück auf dem
Schiff ging es sofort in die Koje. Nachts sind wir Richtung Tanjong Pelapas
ausgelaufen, wo wir zwei Stunden später auch waren. Das Einlaufen musste ich zum
Glück nicht mitmachen. Ich hatte die paar Stunden, die wir in Malaysia waren
Deckswache. Ich habe also das beladen und löschen des Schiffes überwacht. Gegen
11:00 bin ich auf die Brücke gegangen und habe das Schiff aus dem Hafen, auf
unseren Reede Platz gesteuert.
An unser Steuerbord-Maschine soll nämlich eine Laufbuchse gezogen werden, was
eigentlich 30 Stunden dauern sollte. Letztendlich war es über 40. Diese Zeit
haben wir unter anderem genutzt um den anderen Scoop zu reinigen.
Mittwoch sind wir endlich wieder gefahren. Es geht jetzt über den indischen
Ozean nach Nansha.
Endlich wieder geregelte Arbeitszeiten. Mein Tag ging in dieser Woche von 8:00
bis 24.00. Ich war ja zur Brückenwache eingeteilt. Es ging also von 20:00 bis
24:00 noch mal auf die Brücke. Da wir auf offener See waren, verging die Zeit
eher schleppend. Ein bisschen aufs Radar und auf die Seekarte schauen. Wenn ich
dann mal ein paar Lichter am Horizont gesehen habe, konnte ich mir die auch mit
dem Fernglas anschauen.
In meiner Freizeit habe ich an einem Plan von unserem Maschinenraum gearbeitet.
Das ist unsere Aufgabe zu heute gewesen. Ich bin Sonntag pünktlich zur Wache
fertig geworden.
Samstag hatten wir noch eine kleine Barbecue Party was ganz nett war. Leider
ging sie für mich nur bis um 8:00 Uhr. Sonntag habe ich noch mit den Filipinos
Basketball gespielt. Mein Team hat gewonnen Ha Ha.
In der aktuellen Woche begleite ich den 12:00-18:00 Maschinenwächter, was sehr
interessant ist. In der Zeit bis zur Wache installiere ich zwei Klimaanlagen.
Unter anderem habe ich für die eine Klimaanlage eine Wanne zum Kondenswasser
sammeln gebaut.
Jetzt werde ich noch etwas schwimmen gehen.
Ich wünsche euch eine schöne Woche.
Grüße
Franz
Posted by Herman Pachulke an Dienstag, November 21, 2006 0 comments



